Nach Suspendierung
France-Télécom-Mitarbeiter verbrennt sich selbst

Wegen „interner Ermittlungen“ in seiner Abteilung wurde ein Mitarbeiter der France Télécom suspendiert. Nun setzte er sich selbst in Brand. Schon vor einigen Jahren erschütterten mehrerer Selbstmorde das Unternehmen.
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PauEin suspendierter Mitarbeiter des französischen Telekommunikationskonzerns France Télécom hat sich durch Selbstverbrennung das Leben genommen. Der 41-Jährige setzte sich in seinem Haus nahe der südwestfranzösischen Stadt Pau in Brand, wie Gewerkschaftsvertreter und ein Unternehmenssprecher am Dienstag sagten. Sanitäter konnten den Mann nicht retten, er erlag seinen schweren Verbrennungen. Das Drama ereignete sich bereits am Montag.

Eine Vertreterin der Gewerkschaft CFDT sagte der Nachrichtenagentur AFP, der im France-Télécom-Büro in Pau für Logistik zuständige Mitarbeiter und einige seiner Kollegen seien wegen "interner Ermittlungen" in der Abteilung suspendiert worden. Der Mann habe Gewerkschaftsvertretern aber nicht gesagt, um was es ging. Der France-Télécom-Sprecher sagte, es habe gegen den Mitarbeiter Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegeben. Nähere Angaben wollte der Konzernsprecher nicht machen. Eine interne Untersuchung solle nun "die Umstände des Dramas" erhellen.

Mitte Februar hatte die Selbstverbrennung eines Arbeitslosen im westfranzösischen Nantes in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Der Mann hatte mit dem Arbeitsamt über seine Bezüge gestritten.

France Télécom war vor einigen Jahren von einer ganzen Reihe von Selbstmorden erschüttert worden. In den Jahren 2008 und 2009 nahmen sich nach Angaben der Konzernleitung 35 Angestellte das Leben. Die Gewerkschaften machten dafür großen Stress und wachsenden Leistungsdruck auf die Belegschaft verantwortlich.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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