Nach Telering-Übernahme
T-Mobile will in Österreich an die Spitze

Die Telekom-Tochter T-Mobile will nach der Übernahme des österreichischen Mobilfunkers Telering auch in der Alpenrepublik die Nummer eins werden. T-Mobile-Chef René Obermann fordert im Handelsblatt-Gespräch eine weitere Konsolidierung des europäischen Mobilfunkmarktes.

HB DÜSSELDORF. „Wir streben längerfristig durchaus die Marktführerschaft an“, sagte Obermann dem Handelsblatt. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hatte nach achtmonatiger Prüfung am Mittwoch von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme des viertgrößten österreichischen Mobilfunkers Telering erhalten.

Telering ist die erste größere Übernahme der Telekom seit dem Erwerb des amerikanischen Mobilfunknetzbetreibers Voicestream vor sechs Jahren. In der europäischen Telekombranche hat es in den vergangenen Monaten zwar eine Reihe von Übernahmen gegeben – der deutsche Ex-Monopolist ist dabei bislang aber leer ausgegangen. Die spanische Telefónica schnappte ihm den britischen Mobilfunknetbetreiber O2 weg, auf den auch die Telekom ein Auge geworfen hatte. France Télécom kaufte den spanischen Mobilfunker Amena, der ebenfalls zu den Filetstücken auf der europäischen Menükarte zählte.

Obermann fordert im Handelsblatt-Gespräch eine weitere Konsolidierung des europäischen Mobilfunkmarktes. Nach Ansicht von Experten sollten die Bonner selbst diese Entwicklung voran treiben. „T-Mobile muss als einer der großen Spieler Treiber dieser Konsolidierung sein“, erklärt Thomas Goette von der Unternehmensberatung Diamond Cluster.

Der Bonner Mobilfunker ist als zweitgrößter europäischer Anbieter zwar stark in Osteuropa aufgestellt, in Kernmärkten wie Italien, Frankreich oder Spanien aber nicht vertreten. Das größte Plus des deutschen Marktführers ist die Mobilfunktochter in den USA, die knapp 90 Prozent zum Umsatzwachstum des gesamten Telekom-Konzerns beiträgt. Analysten bemängeln jedoch die große Abhängigkeit von dem US-Investment und fordern ein zweites Standbein für die Wachstumsstrategie der Telekom.

Konzernchef Kai-Uwe Ricke will jedoch nur in Märkten investieren, wo die Telekom bereits engagiert ist und durch Zukäufe den Wert ihrer Beteiligungen erhöht. Österreich ist dafür das beste Beispiel: T-Mobile Austria ist dort mit 25 Prozent Marktanteil bereits die Nummer Zwei. Mit Telering kommt Obermann auf einen Marktanteil von 37 Prozent und rückt dicht an den Marktführer Mobilkom mit gut 39 Prozent heran.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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