Nach Übernahme von E-Plus
Telefónica Deutschland will 1600 Stellen streichen

Erst kürzlich hat Telefónica den Rivalen E-Plus übernommen. Durch den Zusammenschluss will der Telekommunikationskonzern rund fünf Milliarden Euro sparen. Nun setzt das Unternehmen den Rotstift bei den Arbeitsplätzen an.
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MünchenDer Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland („o2“) will einem Brancheninsider zufolge nach dem Kauf des Rivalen E-Plus jede sechste Stelle streichen. Der Konzern plane, in Deutschland bis 2018 etwa 1600 Vollzeitstellen zu streichen, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Zusammen zählen die beiden Unternehmen derzeit 9100 Mitarbeiter. Telefonica strebe dabei ein Abfindungsprogramm für ausscheidende Mitarbeiter an. Betriebsbedingte Kündigungen sollten möglichst vermieden werden. Der Vorstand habe die Pläne am Vortag dem Kontrollgremium von Telefonica in München vorgestellt – nun würden die Betriebsräte informiert, mit denen in den nächsten Wochen das weitere Vorgehen abgestimmt werden solle.

Die beiden Firmen sollen von dem Abbau gleichermaßen betroffen sein, wobei die frühere E-Plus-Zentrale in Düsseldorf wichtige Funktionen behalten solle, sagte der Insider. Grund für die Streichungen sei nicht nur die Anfang Oktober abgeschlossene Fusion mit E-Plus, sondern auch der Umbruch in der Branche. Nutzer buchten etwa Mobilfunkabos verstärkt über das Internet, anstatt beim Kundenservice anzurufen, sagte die Person weiter.

Telefonica Deutschland, eine Tochter des spanischen Telefonica -Konzerns, leidet wie die Konkurrenten unter dem Kampf um Kunden, der vor allem über den Preis geführt wird. Der operative Gewinn ging im zweiten Quartal um 15 Prozent zurück. Um auf dem Markt langfristig mitzuhalten, übernahm Telefonica für 8,6 Milliarden Euro den Branchen-Dritten E-Plus von KPN.

Durch den Schulterschluss sollen die Kosten vor allem durch die Verschmelzung der beiden Handy-Netze um mehr als fünf Milliarden Euro sinken. Zusammen kommen die beiden Anbieter auf 45 Millionen Kunden und ziehen damit am Führungsduo Deutsche Telekom und Vodafone vorbei. Damit bleiben in Deutschland nur noch drei Handynetz-Betreiber übrig. Ein Sprecher von Telefonica in München wollte keine Stellungnahme zu den Informationen abgeben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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