Nach Übernahmen von J.D. Edwards
Peoplesoft freut sich auf Kosteneinsparung

US-Softwarehersteller Peoplesoft hat noch einmal nachgerechnet und kam zu dem Ergebnis, dass durch die Übernahme von J.D. Edwards mehr gespart werden kann als bislang erwartet.

HB NEW YORK. Der SAP-Konkurrent hat am Donnerstag neue Umsatz- und Gewinnprognosen für dieses und das kommende Jahr vorgelegt, die die gestiegenen Erwartungen an die Einspareffekte nach der Akquisition widerspiegeln. Konkurrent Oracle verlängerte sein feindliches Übernahmeangebot für Peoplesoft. Wie der Konzern mitteilte, haben die Aktionäre nunmehr bis zum 17. Oktober Zeit, das Angebot im Gesamtvolumen von 7,3 Mrd. Dollar anzunehmen. Die Frist hatte zuletzt am 19. September enden sollen.

Die Aktien von Peoplesoft stiegen nachbörslich auf fast 20,15 Dollar an, nachdem sie bei Börsenschluss bei 19,35 Dollar notiert hatten. Der Wert der Peoplesoft-Titel hatten in dieser Woche erstmals seit dem Bekanntwerden des feindlichen Übernahmeangebots durch Oracle im Juni den von dem Konkurrenten gebotenen Preis von 19,50 Dollar pro Aktie überschritten.

Peoplesoft-Finanzchef Kevin Parker sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit Analysten in New York, für dieses Jahr werde bei Umsätzen zwischen 2,145 Mrd. und 2,175 Mrd. Dollar ein Reingewinn je Aktie von 0,52 bis 0,55 Dollar erwartet. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2003 im Durchschnitt einen Umsatz von 1,93 Mrd. Dollar erwartet.

Im kommenden Jahr sollen die Umsätze laut Peoplesoft dann auf 2,8 bis 2,9 Mrd. Dollar steigen. Je Aktie wird dann ein Gewinn von 0,90 bis 0,95 Dollar gesehen. Bislang war Peoplesoft von Gewinnen von 0,84 bis 0,92 Dollar pro Aktie für das kommende Jahr ausgegangen. Peoplesoft-Chef Craig Conway äußerte sich über die Geschäftsentwicklung nach der Übernahme von Edwards höchst zufrieden: „Jede Überraschung ist eine angenehme gewesen.“ Analyst Lennis Koontz von Weiss, Peck & Greer sagte Reuters über die neuen Umsatz- und Gewinnerwartungen von Peoplesoft: „Ich bin positiv überrascht. Es würde mich nicht wundern, falls sie ihre eigenen Vorhersagen noch übertreffen sollten.“

Um weitere Kosten nach der Akquisition von Edwards einzusparen, sollen Peoplesoft-Angaben zufolge im kommenden Jahr 750 bis 1000 Stellen abgebaut werden. Dadurch erhofft sich der Konzern Einsparungen in Höhe von zehn bis 15 Mill. Dollar. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit 12 500 Mitarbeiter.

Oracle hatte seinerzeit wenige Tage nachdem Peoplesoft die J.D. Edwards-Übernahme angekündigt hatte, den Peoplesoft-Aktionären ein feindliches Übernahme-Angebot unterbreitet. Dieses hat das Peoplesoft-Führungsgremium aber aus kartellrechtlichen Bedenken bereits mehrfach abgelehnt. Experten sehen SAP als Nutznießer der Übernahmeschlacht, weil sich viele Kunden aus Unsicherheit dem deutschen Unternehmen zuwenden könnten.

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