Nach Umsatzrückgang: EMI streicht bis zu 2000 Stellen

Nach Umsatzrückgang
EMI streicht bis zu 2000 Stellen

Umsatzrückgänge bei CDs, Internetpiraterie und schlechte Planung bei den Veröffentlichungen haben den britischen Musikkonzern EMI in den vergangenen Jahren stark mitgenommen. Jetzt kündigen die neuen Besitzer massiven Stellenabbau in der Musiksparte des Konzerns an.

HB LONDON. Der neue Besitzer des britischen Musikkonzern EMI will bei dem Traditionsunternehmen bis zu 2000 Stellen abbauen und insgesamt 200 Mill. Pfund (etwa 264 Mill. Euro) einsparen. Der Stellenabbau bei dem Konzern, der Künstler wie die Beatles, Coldplay, Kylie Minogue und Robbie Williams unter Vertrag hat, konzentriert sich den Angaben zufolge auf die Musiksparte, in dem 4500 Mitarbeiter beschäftigt sind. EMI wolle sich künftig besonders für das digitale Zeitalter fitmachen, sagte Guy Hands, Chef der Beteiligungsfirma Terra Firma, die EMI im vergangenen Jahr gekauft hatte.

Umsatzrückgänge bei CDs, Internetpiraterie und schlechte Planung bei den Veröffentlichungen haben EMI in den vergangenen Jahren stark mitgenommen. Immer mehr Menschen laden sich Musik aus dem Internet herunter anstatt CDs zu kaufen. Wie die gesamte Musikbranche habe EMI mit den Herausforderungen eines digitalen Umfelds zu kämpfen, sagte Hands. „Die Veränderungen, die wir heute angekündigt haben, werden sicherstellen, dass dieses Kultcharakter-Unternehmen auf profitable und nachhaltige Weise wunderbare Musik produzieren wird.“

Terra Firma hatte EMI im Mai für umgerechnet rund 3,2 Mrd. Euro übernommen. Im Herbst drohte Hands einigen Künstlern wegen laxer Arbeitseinstellung indirekt mit Rausschmiss und kündigte eine „fundamentale Wende“ in den Geschäftspraktiken des Konzerns an. Am Dienstag bekräftigte Hands seinen Vorsatz, vor allem nach neuen Künstlern Ausschau halten zu wollen. Dazu werde das Unternehmen das Marketing, den Verkauf und den Vertrieb innerhalb der kommenden sechs Monate in einem einzigen Geschäftszweig zusammenfassen.

Bei einigen erfolgreichen, alteingesessenen EMI-Künstlern stoßen die Pläne der neuen Besitzer jedoch auf Skepsis und Widerstände. Popstar Robbie Williams hat damit gedroht, die Veröffentlichung seines für dieses Jahr geplanten Albums zu verschieben. Dem neuen Management fehle die Expertise bei der digitalen Vermarktung, bemängelte Williams. Die britische Gruppe Radiohead verließ den Konzern bereits im vergangenen Jahr und kritisierte, das neue EMI-Team verhalte sich „wie verwirrte Stiere in einem Porzellanladen“.

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