Nach US-Verbot
Canyon Bridge kauft britischen Chip-Konzern

Die US-Regierung hatte Canyon Bridge Capital Partners die Übernahme des Chipkonzerns Lattice Semiconductor untersagt. Daher greift der chinesische Investor nun in der Halbleiterbranche in Großbritannien zu.
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New YorkNach dem Verbot einer Übernahme in den USA kauft der von China unterstützte Finanzinvestor Canyon Bridge Capital Partners nun ein Unternehmen aus der Halbleiterbranche in Großbritannien. Für umgerechnet rund 620 Millionen Euro werde der Chipentwickler Imagination Technologies übernommen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Mit dem vereinbarten Preis von 182 Pence je Aktie ist die Firma, deren Grafik-Technik auch in iPhones von Apples zum Einsatz kommt, Canyon Bridge einen Aufschlag von fast 42 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs wert.

Der Deal hänge aber noch davon ab, dass Imagination die US-Tochter MIPS verkaufe, erklärte Canyon Bridge. Sonst würde die Übernahme erneut ein Fall für die US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS). Auf deren Empfehlung hin, hatte US-Präsident Donald Trump erst kürzlich aus Sicherheitsgründen Canyon Bridge die 1,3 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Chipkonzerns Lattice Semiconductor untersagt. Hintergrund war die Befürchtung, dass Technologiewissen an China verloren geht. Auch der deutsche Chipanlagenbauer Aixtron musste wegen US-Sicherheitsbedenken den geplanten Verkauf an einen chinesischen Investor abblasen.

Canyon Bridge wurde mit Kapital der chinesischen Regierung gegründet und steht indirekt mit dem Weltraum-Programm der Volksrepublik in Verbindung. Derzeit verwaltet die Firma nach eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Dollar im Namen des chinesischen Staatsunternehmens Yitai Capital.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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