Nach Vivendi-Verkauf
Ein neuer Medienriese in den USA entsteht

Der Medienkonzern Vivendi trennt sich von seinen Anteilen an NBC - und legt damit in den USA den Grundstein für einen neuen Medienkonzern. General Electric und Comcast planen nun eine gemeinsame Kabel- und Medienfirma.
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HB PARIS. Der Grundstein für einen neuen Medienkonzern in den USA ist gelegt: Der Mischkonzern General Electric (GE) und der größte heimische Kabelnetzbetreiber Comcast können nun mit dem Aufbau ihres seit längerem geplanten Gemeinschaftsunternehmens beginnen, dessen Herzstück die GE-Medientochter NBC Universal ist. Dazu hat in einem ersten Schritt der französische Telekom - und Unterhaltungskonzern Vivendi den Verkauf seiner restlichen NBC-Anteile an die Konzernmutter GE eingeläutet. Zunächst würden 7,6 Prozent veräußert, teilten die Franzosen mit.

Die verbleibenden 12,34 Prozent würden übertragen, sobald GE die Tochter NBC in das Joint-Venture unter Comcast-Führung eingebracht habe. Für die insgesamt knapp 20-prozentige NBC-Beteiligung von Vivendi zahlt GE insgesamt 5,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hält die restlichen 80 Prozent an dem New Yorker Medienunternehmen.

Der Comcast-Konzern, auch als Internet-Provider die Nummer eins in den USA, will seit langem sein Mediengeschäft ausbauen. Ziel ist es, über das Joint-Venture Comcast-Kunden über alle möglichen Verbreitungswege mit NBC-Programminhalten zu versorgen. Zu NBC Universal gehören Kabelnetze wie MSNBC und USA Network, ein Filmstudio, Unterhaltungsparks und lokale Fernsehsender.

Das Geschäft war bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt worden. Nach früheren Angaben von GE soll Comcast an der Firma einen Anteil von 51 Prozent halten, der Rest soll bei GE liegen. Der Kabelnetzbetreiber wird demnach 6,5 Milliarden Dollar beisteuern und weitere Unternehmensteile im Wert von 7,25 Milliarden einbringen.

Der NBC-Großaktionär Vivendi ist hoch verschuldet. Investoren fordern, dass sich der französische Medienkonzern wieder auf seine Hauptgeschäfte konzentriert und sein Beteiligungsportfolio aufräumt. Anfang des Monats hatte Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy angekündigt, die Einnahmen aus dem NBC-Verkauf für einen vollständigen Erwerb des französischen Telekombetreibers SFR zu nutzen. Bisher gehören Vivendi 56 Prozent. Die Franzosen betreiben unter anderem auch die Musikfirma Universal Music.

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