Nachfrage nach Computern und Servern gestiegen
Bei Dell klingeln die Kassen

Der weltgrößte Computerhersteller Dell hat im ersten Geschäftsquartal seinen Netto-Gewinn um 22 Prozent gesteigert. Der US-Konzern vergrößerte seinen Markanteil und profitierte von einer verbesserten Nachfrage von Seiten der Unternehmen.

HB NEW YORK. Bedenken wegen höher als erwartet ausgefallener Kosten für Computerteile schickten die Dell-Aktien dennoch auf Talfahrt. Dells Betriebsgewinnspanne sei wegen eines höheren Umsatzes mit weniger rentablen Produkten so niedrig wie seit fünf Quartalen nicht mehr, sagte Analyst Brent Bracelin von Pacific Crest Securities. „Die Aktie ist wegen der Marge runter gegangenen“, sagte er und verwies darauf, dass die Rentabilität durch die Geschäfte mit Software und Systemperipherie sowie in Asien beeinträchtigt worden sei. Im Kerngeschäft arbeite Dell profitabler. Der Konzern verwies zudem auf höhere Preise für Speicherbauteile, die die Kosten erhöhten.

Dell legte am Donnerstag nach US-Börsenschluss für die ersten drei Monate zum 30. April einen Netto-Gewinn von 731 Millionen Dollar oder 28 Cent je Aktie vor. Im Vorjahreszeitraum hatte Dell einen Gewinn von 598 Millionen Dollar oder 23 Cent pro Aktie ausgewiesen. Der Umsatz wuchs auf 11,54 Milliarden Dollar von 9,53 Milliarden im Jahr zuvor und lag damit über der Summe von 11,4 Milliarden Dollar, die Dell selbst Anfang April als Prognose genannt hatte. Seinen Quartalsgewinn hatte Dell damals mit 28 Cent pro Aktie prognostiziert.

„Das Quartal ist sehr solide, aber nicht so stark wie unter Analysten erwartet, uns eingeschlossen“, sagte Laura Conigliaro von Goldman Sachs und wies darauf hin, dass sich die Erwartungen am Markt seit gut einer Woche sogar noch verstärkt hätten. Die Bruttogewinnspanne - das Verhältnis des Bruttogewinns zum Umsatz - rutschte den Zahlen des im texanischen Round Rock ansässigen Unternehmens zufolge auf 18 Prozent, nach 18,2 Prozent im vorherigen Quartal und 18,3 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Der Preisdruck war ganz klar größer und das hat die operativen und Netto-Gewinn-Zahlen abschwellen lassen“, sagte Barry Jaruzelski von Booz Allen Hamilton.

Dell-Finanzchef Jim Schneider bestätigte diese Einschätzung: Der Konzern habe die Umsatzerwartungen um 100 Millionen Dollar übertroffen, die Gewinnerwartungen aber nicht einmal um einen Penny, sagte er bei einer Telefonkonferenz. Dies liege an den höheren Kosten für Speicherchips gegen Ende des ersten Quartals.

Auf dem Markt für Computerdrucker, einem neuen Bereich von Dell, habe der Konzern seinen Anteil vergrößert, teilte das Unternehmen weiter mit. Bei Tintenstahldruckern liege der Marktanteil nun bei zehn Prozent und bei Multifunktionsdruckern liege er in der Spanne bis zu 20 Prozent im oberen Bereich.

In den USA nahm die Nachfrage von Unternehmen zu. „Wir haben wieder ein zweistelliges Wachstum auf dem US-Unternehmensmarkt, und das ist Dells Kernmarkt“, sagte Martin Reynolds von Gartner. „Japan und Asien kommen jetzt in Gang. Das sind Ergebnisse, wie man sie gerade jetzt, wo der Markt stark ist, erwartet“, fügte er hinzu.

Im zweiten Quartal rechnet Dell mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Dollar und damit einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Gewinn pro Aktie sagte der Konzern mit 29 Cent voraus, nach 24 Cent im Vergleichszeitraum. Die Auslieferungen sollen den Angaben zufolge 24 Prozent höher liegen. Die Prognose der von Reuters befragten Analysten belief sich für den Umsatz im zweiten Quartal auf 11,59 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 29 Cent pro Aktie.

Im nachbörslichen Handel gab die Dell-Aktie auf 34,94 Dollar nach, nachdem sie im regulären Handel an der Technologiebörse Nasdaq bereits um 65 Cent oder 1,8 Prozent auf einen Schlusskurs von 35,80 Dollar gesunken war. Seit Beginn des Jahres hat die Aktie um fünf Prozent zugelegt.

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