Nachfrage nach Netbooks
Laptops in der Währungsfalle

Die Preise für Laptops und Notebooks werden im Weihnachtsgeschäft trotz schwieriger Wirtschaftslage nicht fallen. Grund ist der starke Dollar, der das Preisniveau hoch hält. Unterdessen steigt die Nachfrage nach so genannten Net-Books. Der Trend zu preisgünstigen Geräten droht das Machtgefüge innerhalb der Branche zu verschieben.

DÜSSELDORF. Die Preise für Laptops und Notebooks könnten im Schnitt sogar leicht steigen. Davon ist Stefan Engel, Geschäftsführer Acer Deutschland, überzeugt. Schuld daran sei hauptsächlich der der wieder erstarkte US-Dollar, der die Geräte verteuere und die Margen auffresse. Das Problem: die Käufer beginnen immer stärker auf den Preis zu achten.

Die Nagelprobe für die Branche kommt aber erst im Jahr 2009, fürchtet Engel. Wenn die Konsumenten die Auswirkungen der Finanzkrise richtig spüren werden, könnte erneut ein Preiskrieg ausbrechen. "Es sind Überkapazitäten im Markt", weiß Engel. Einen Vorgeschmack gebe es in Russland zu sehen. Hier sei der Laptopmarkt eingebrochen, auch für Acer. Händler bekämen kaum noch Kredite für Neuware.

In Deutschland sehe es noch besser aus. Die Nachfrage speziell für so genannte "Netbooks", sei stabil, sagte Engel im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das sind neue, auf Internet-Nutzung spezialisierte Geräte, die 300 bis 400 Euro kosten. Acer hat hier nach eigenen Angaben europaweit ("Emea") einen Anteil von gut 45 Prozent, bis Jahresende will Engel rund 2,5 Mio. Netbooks verkauft haben.

Dieser Trend verschiebt das Machtgefüge der Branche. "Die Marktposition ist klar davon bestimmt, wer derartige Geräte im Angebot hat und wer nicht", beschreibt Gartner-Analyst Ranjit Atwal die Situation. "Nur deshalb konnte sich Acer in Europa an HP und Dell vorbei an die Spitze schieben." Laut Gartner sind 17 Prozent der in Deutschland verkauften Mobilrechner Netbooks.

Die finden sogar bei sparwilligen Unternehmen neue Freunde: "Wir sehen erste Firmenorders für Netbooks in jeweils vierstelliger Größenordnung", so Engel. Eine "Kannibalisierung zu Lasten teurer Businessgeräte" bleibe da nicht aus, räumt er ein. Aber noch profitiert Acer als Netbook-Pionier davon. Spätstarter wie Dell weniger. Am Freitag sackte die Aktie trotz festen Gesamtmarkts in New York um 5,2 Prozent ab: CEO Michael Dell räumte "enorme Herausforderungen" ein und sieht ein weiter verschärftes Umfeld in 2009.

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