Nachgefragt: Fritz Pleitgen
„Preise wie zu Kirchs Zeiten sehe ich nicht“

"Von der Sportschau-Bundesliga profitieren die Clubs, die Zuschauer und wir. Die Bundesliga ist bei der ARD bestens aufgehoben. Wir haben programmlich alle Register gezogen. Deshalb werden wir uns 2006 für die Bundesliga bewerben", sagte Pleitgen dem Handelsblatt.

Handelsblatt: Hand aufs Herz, haben Sie geglaubt, dass die Bundesliga für die ARD ein lohnendes Geschäft wird?

Fritz Pleitgen: Die Refinanzierung durch Werbung war für uns Voraussetzung, die Rechte für die Bundesliga zu erwerben. Dieses Ziel ist erreicht worden.

Wird die Bundesliga über die vereinbarten drei Jahre weiter bei der ARD zu sehen sein.

Von der Sportschau-Bundesliga profitieren die Clubs, die Zuschauer und wir. Die Bundesliga ist bei der ARD bestens aufgehoben. Wir haben programmlich alle Register gezogen. Deshalb werden wir uns 2006 für die Bundesliga bewerben.

Sind Sie auch an den Sonntagsspielen, die derzeit beim DSF laufen, interessiert?

Nein, ich halte das gegenwärtige Paket für optimal, also die Bundesliga-Zusammenfassungen und die beiden Live-Spiele.

Gibt es denn mittlerweile nicht zu viel Fußball im Ersten?

Wir wollen uns mit dem Auslaufen der Verträge von den Uefa- Cup-Spielen trennen. Es war immer unsere Vorstellung, unser Regelprogramm nicht zu stark mit Fußball zu belasten. Vor allem die politischen Magazine am Donnerstag litten unter den Fußballübertragungen.

Wird die Bundesliga angesichts des Erfolgs wieder teurer?

Wir haben die Bundesliga-Rechte letztes Jahr für deutlich weniger Geld erworben, als Sat.1 vorher dafür ausgegeben hat. Preise wie zu Kirch’s ,Glanzzeiten’ sehe ich auf absehbare Zeit nicht. Allerdings wird Fußball als größter Publikumsmagnet immer relativ teuer sein. Dabei werden wir sicher nicht als Preistreiber auftreten. Unser Vorteil ist, dass wir als verlässliche Partner gelten und programmlich für Kontinuität sorgen. Deshalb erhalten wir auch dann den Zuschlag, wenn wir nicht das meiste Geld bieten, wie zum Beispiel bei Olympia.

Pro Sieben Sat.1 hat angekündigt, die Fußball-EM 2008 kaufen zu wollen. Erwarten Sie steigende Preise?

Nicht auszuschließen. Die Fußball-Europameisterschaft ist seit jeher vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk übertragen worden. Die EBU, unsere europäische Dachorganisation, wird sich sicher auch um die Übertragungsrechte der Fußball-EM 2008 bewerben.

Die Fragen stellte Hans-Peter Siebenhaar.

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