Nachgefragt: Hubert Burda
„Wir rechnen mit stabilen Erlösen“

Das Handelsblatt im Gespräch mit Hubert Burda, Präsident des Verbandes der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ).

Die flaue Konjunktur, die anhaltende Geizwelle und die starke Internetkonkurrenz haben dem Printgeschäft in den letzten vier Jahren stark zugesetzt. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

Burda: Insgesamt läuft es bei den Zeitschriften auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Für das kommende Jahr rechnen wir mit stabilen Erlösen im Bereich des Jahres 2003.

Geht es den Zeitschriften besser als den Zeitungen?

Die Zeitungen hatten ja das strukturelle Problem der rückläufigen Kleinanzeigen. Davon sind die überregionalen Blätter besonders betroffen. Aber insgesamt bin ich sicher, dass die Printmedien als Werbeträger nicht an Attraktivität einbüßen werden.

Aber gleichzeitig werden Inhalte immer billiger. Laufen die Verlage nicht Gefahr, das Schicksal der darbenden Musikindustrie zu erleiden?

Alles ist billiger geworden. Die Digitalisierung hat die Inhalte -egal ob Print oder Musik - billiger gemacht. Heute kann sich jedermann gratis Nachrichten über das Internet holen. Aber dennoch bleiben die Auflagen von ,Spiegel', ,Focus' oder ,Stern' im Ganzen stabil.

Warum?

Weil Zeitschriften ein Teil unserer Gesellschaft sind. Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass alle zehn Jahre eine neue Generation von Zeitschriftentiteln kommt. In vielen Segmenten gibt es noch eine ganze Reihe von Chancen, neue Titel auf den Markt zu bringen.

Viele Verlage sind gerade im deutschen Markt wenig experimentierfreudig und suchen angesichts der schlechten Werbekonjunktur ihr Heil im Ausland. Ist das die richtige Strategie?

Die Auslandsmärkte sind spannend. Durch die Digitalisierung von Inhalten können erfolgreiche Zeitschriften leichter exportiert werden. Die Expansion ist Teil einer richtigen Gesamtstrategie.

Wie steht es mit Zusatzgeschäften bei den Zeitschriftenverlagen? Ihr Nachbar in München, die Süddeutsche Zeitung, verdient gerade viel Geld mit Büchern und CDs.

Verkäufe von Büchern, CDs oder DVDs sind ein interessantes Zusatzgeschäft. Ich halte es aber für viel wichtiger um den Markenkern einer Zeitschrift Communities zu bilden. Die Fachzeitschriften spielen ja hier eine Vorreiterrolle. Solche Communities können über die verschiedenen Plattformen bedient werden und führen zu neuen Geschäften wie beispielsweise im Bereich des Telefonmarketings. Gerade auch in Deutschland. Bei Burda Direct haben wir in den letzten Jahren bereits 1000 neue Jobs geschaffen.

Die Fragen stellte Hans-Peter Siebenhaar

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