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Sparprogramme der Banken machen Thomson Reuters zu schaffen

Die Eurokrise und Sparprogramme der Finanzkonzerne machen dem Nachrichten- und Informationsanbieter Thomson Reuters zu schaffen. Die Entlastungen in der Finanzbranche untergraben die Kundenbasis von Thomson Reuters.
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New YorkDer bereinigte Gewinn im Kerngeschäft von Thomson Reuters ging im dritten Quartal um 15 Prozent auf 585 Millionen Dollar zurück, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Der Umsatz kletterte um ein Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. „Das Ergebnis des dritten Quartals entspricht unseren Erwartungen angesichts des weiter schwierigen Marktumfelds“, sagte Konzernchef James Smith, der die Jahresprognose bekräftigte.

Thomson Reuters, 2008 aus der Fusion der britischen Nachrichtenagentur Reuters und des kanadischen Informationskonzerns Thomson entstanden, werde 2012 seine Erlöse um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigern, bestätigte Smith in New York. Die bereinigte Gewinnspanne im Kerngeschäft werde bei 18 bis 19 Prozent liegen, im dritten Quartal lag sie bei 18,5 Prozent.

Das Abonnement-Geschäft sei gut gelaufen, sagte Smith, während Einmalumsätze gemessen an den hohen Vorjahreszahlen und wegen der gesunkenen Zahl von Transaktionen schwächer ausgefallen seien. Auch wenn die Umsätze weiter unter Druck stünden, erwarte er wegen steigender Effizienz künftig wieder höhere Gewinne.

In der Sparte Financial & Risk, die das Nachrichten- und Datengeschäft mit Banken und Börsenmaklern umfasst, stagnierten die Umsätze bei knapp 1,8 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn der Sparte ging um 26 Prozent auf 283 Millionen Dollar zurück. Financial & Risk leidet unter Entlassungen bei den Großbanken, die ihre Kundenbasis untergraben. So kündigte die Finanzbranche in den USA in den ersten 9 Monaten einer Studie zufolge den Abbau von 28.000 Arbeitsplätzen an. In Europa hatte zuletzt die Schweizer Großbank UBS diese Woche erklärt, bis 2015 insgesamt 10.000 Jobs zu streichen.

Die Zahl der beim Kunden installierten Eikon-Informationssysteme erhöhte sich verglichen mit dem zweiten Quartal um 35 Prozent auf mehr 25.600. Eikon ist eines der wichtigsten neuen Produkte des Konzerns für Finanzmarktkunden. Konkurrenten auf diesem Markt sind der US-Anbieter Bloomberg sowie FactSet Research Systems.

Gut liefen die Geschäfte der Sparte Tax & Accounting, die Steuerkanzleien und Bilanzabteilungen von Unternehmen mit Informationen versorgt. Der Umsatz legte um zehn Prozent auf 262 Millionen Dollar zu. Doch auch hier brach der operative Gewinn um acht Prozent ein. Im klassischen Mediengeschäft mit Medien kletterte der Umsatz um ein Prozent auf 79 Millionen Dollar.

 
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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