Nacktfoto-Verzicht

Wie ein Hedgefonds den „Playboy“ prüde macht

Der „Playboy“ wagt das Undenkbare und verzichtet in den USA bald auf Nacktfotos. Doch das Magazin steckt in einem noch größeren Umbruch – getrieben von Finanzinvestoren, die sich wenig um dessen DNA scheren.
  • Stephan Degenhardt
25 Kommentare
Das Männermagazin verzichtet bald auf Nacktfotos. Quelle: AFP
November-Ausgabe des US-„Playboy“

Das Männermagazin verzichtet bald auf Nacktfotos.

(Foto: AFP)

New YorkWeinroter Bademantel, Pfeife im Mund, blonde Schönheiten im Arm: Hugh Hefner war und ist der Inbegriff des Playboys. Auch mit 89 Jahren lebt er das Leben, von dem die Leser seines Magazins nur träumen können. Vor drei Jahren heiratete er die 60 Jahre jüngere Crystal Harris, ein ehemaliges Playmate. Im Laufe seines Lebens will Hefner mit mehr als tausend Frauen geschlafen haben.

Hefner liebt Frauen, Frauen lieben ihn. Die Entscheidung, ab Frühjahr nächsten Jahres keine komplett entblößten Frauenkörper mehr im amerikanischen „Playboy“ zu zeigen, muss ihm Bauchschmerzen bereitet haben. Sie zeigt, in welcher Existenzkrise sich das Magazin in einer Zeit befindet, in der pornografische Inhalte nur einen Mausklick entfernt sind – gratis. Und sie zeigt: Beim „Playboy“ hat nicht länger der Hefner-Clan das Sagen, sondern ein Management, das auf Druck von Inverstoren handelt.

2011 überzeugte das „Playboy“-Management Hefner, das über vier Jahrzehnte an der Börse gelistete Unternehmen wieder in eine private Gesellschaft umzuwandeln. Für viele Beobachter war klar: Hefner erhält dadurch wieder die Kontrolle über sein Baby. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Hefner konnte die Unternehmensanteile nur mit Hilfe eines finanzkräftigen Investors zurückkaufen. Rizvi Traverse Management – gegründet vom Silicon-Valley-Financier Suhail Rizvi – pumpte den Großteil des Geldes in den über 200 Millionen US-Dollar schweren Deal.

Pläne für einen erneuten Börsengang

Hefner ist in dieser Beziehung der „Junior-Partner“, wie es das US-Magazin „Forbes“ formuliert. Er hält 30 Prozent der Anteile, die Investmentfirma 60 Prozent – der Rest gehört dem „Playboy“-Management. Hefner ist nur Angestellter des Unternehmens, in seinem Vertrag wird ihm aber eine volle redaktionelle Kontrolle über das Magazin garantiert. Für seinen Job bekommt er eine Millionen Dollar Gehalt im Jahr. Außerdem darf er weiter im „Playboy Mansion“ wohnen, für eine symbolische Miete.

Wie jeder Investor erwartet auch Rizvi Traverse Management eine Rendite für sein Investment. „Playboy“-Vorstandschef Scott Flanders treibt daher Pläne für einen erneuten Börsengang voran, eigentlich war er schon für Ende 2014 geplant. Flanders, seit 2008 an Bord, ist der erste „Playboy“-Chef ohne den Nachnamen Hefner. Er ist ein erfahrener Medienmanager. Auch bei seinen vorherigen Stationen hatte er es mit Medienhäusern zu tun, die zum Teil im Besitz von Private-Equity-Gesellschaften waren.

Im Unternehmen gilt Flanders als rauer Charakter. Mitarbeiter beschweren sich laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ über seine verbalen Attacken, klagen über die schlechte Arbeitsatmosphäre. Seit seinem Antritt hat Flanders das Unternehmen radikal verändert: Er strich die Belegschaft um 75 Prozent zusammen und veranlasste den Umzug der Zentrale vom Gründungsort Chicago nach Los Angeles. Außerdem gliederte er große Teile des Geschäfts aus, zum Beispiel den Erotiksender „Playboy TV“.

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25 Kommentare zu "Nacktfoto-Verzicht: Wie ein Hedgefonds den „Playboy“ prüde macht"

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  • Völlig richtig. Auf Seiten wie "Pressoportal.de" und "Polizei-Presse.de" wird nicht soviel unter den Teppich gekehrt. Wo liegt eigentlich Südland?

  • Ob nackt oder angezogen, ein Unternehmen braucht Rendite. Playboy war mal kommerziell wichtig vor der Internet Ära. Jetzt wird Playboy ins Altersheim geschickt. Was will Playboy als reine Internet Ausgabe? Nackte Frauen gibt es für jeden Geschmack gratis. Da müssen schon seht gute Schreiberlinge her, wenn da Geld verdient werden soll. Hefner's 1000 Frauen interessieren schon lange nicht mehr, höchstens dass man ihn bedauert, dass er so viele Frauen braucht um etwas zu lernen, wahrscheinlich ein hoffnungsloser Fall für die Frauen. Ich sehe den Playboy in einigen Jahren verschwinden.

  • Playboy Probleme und Bettgeschichten von Frau Petry, liebes HB, wann gibt es wieder gescheite Berichte ?
    Und merkwuerdig, dass auf Fragen nie jemand von der Redaktion antwortet, das kenne ich so nur von der Bundesregierung.
    Weder tel. noch per Mail bekommt man dort eine Stellungnahme.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Vielen Dank, Herr Falk.
    Aber wir können uns die Mühe sparen weiter auf die Reaktionen von Herrn / Frau M.M. einzugehen, denn meiner Meinung nach habe ich jetzt schon drei bis vier Indizien gesammelt, dass es sich um einen gekauften Schreiberling handelt...

    Ich melde mich später noch bei, dann gehen wir die Punkte mal durch....

  • Sehr geehrter Herr oder Frau M.M.,
    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
    Wissen Sie was mich wirklich erschreckt, dass Sie sich so viel Arbeit machen und die Zeit nehmen immer gleich Gegenkommentare gegen mich Herrn Falk oder den Kollegen Marc Otto zu schreiben!!!
    Denn dies bestärkt uns in unserer gemeinsamen Auffassung, dass wir leider nicht Spinner sind, die nicht Ernst zu nehmen sind, sondern die aktuelle Stimmungslage in Deutscland darlegen. Denn ansonsten würden Sie sich doch gar nicht die Arbeit machen, oder?
    Ferner sind Sie nach meiner persönlichen Meinung ein "gekaufter Schreiberling", denn immer kurz nachdem Sie Ihren Kommentar geschrieben haben, dann verschwindet die Nachrichtenmeldung von der Homepage in den unteren Bereich...dies kann kein Zufall sein...

    ZITAT "Deutschland schafft sich ab!"

  • Guten Tag, Herr M.M,

    Ihre Gewohntheit, nicht zu agumentieren sondern zu schimpfen und zu diffamieren (Frau Hitler), zeigt nur, dass sie eines nicht gelernt haben, sachlich mit Meinungen, die nicht die Ihrigen sind, umzugehen.

  • Playboy ohne Nackfotos?
    Na klar,die Leser lesen ihn ja NUR wegen der Artikel...
    Schade um das Blatt.Wird wohl keiner mehr kaufen.
    Es gibt ja genug Ausweichmöglichkeiten,die Konkurrenz reibt
    sich inzwischen die Hände.
    Wie kann man nur so törricht sein,eine solche Goldgrube zu Grabe
    zu tragen?

  • @Hatllo Frau Reltih, ich kenne und schätzte Herrn Ganser und seine geopolitischen Analysen. Ohne ein Wissen der geostrategischen Hintergründe der Politik den nahen Osten betreffend, ist auch die Flüchtlingskrise nicht zu verstehen.

    Deutschland und in Europa beinah nur Deutschland hat die Kollateralschäden für
    für eine verfehlte Politik zu tragen, die mit einer angeblichen "Demokratisierung" des nahen Ostens ihren Anfang nahm. Diese "Demokratisierung" wurde in den bekannten US-think-tanks geplant und in die Wege geleitet, nicht nur um die Region zu destabilisieren sondern auch um Europa durch Problemexport in Form von Flüchtlingsströmen so zu beschäftigen, dass europäische Politikansätzte, die den Interessen der USA zuwiderlaufen, dekonstruiert werden.

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