Naguib Sawiris
Der Visionär und seine Brüder

Naguib Sawiris ist der älteste von drei Brüdern, die das vom Vater gegründete Bauunternehmen zu einer der führenden Unternehmensgruppen in der arabischen Welt aufgebaut haben. Die Familie Sawiris wird in der Presse als die „Agnellis“ Ägyptens oder „die neuen Pharaonen“ bezeichnet.

an KAIRO. Der 53-jährige Naguib gilt als der „Visionär“ der Familie. Der selbstbewusste Mann sagt, was er will: „Mein Ziel ist es, immer Erster zu sein.“ In der renommierten Deutschen Evangelischen Oberschule in Kairo war er stets Klassenbester. An der ETH in Zürich studierte er Betriebswissenschaft und Maschinenbau. Auf die Schweiz ist er dennoch nicht gut zu sprechen: „Ein langweiliges Paradies“, sagt der begeisterte Partygänger. Trotz zahlreicher Jobangebote in der Schweiz kehrte Naguib nach dem Studium nach Ägypten zurück und stieg in das Familienunternehmen ein. Orascom Telecom war damals Agent für internationale Computer und IT-Firmen. Der Durchbruch kam 1998, als Ägypten die Mobilfunklizenzen privatisierte und Orascom in einem Konsortium die erste Lizenz erwarb.

Seinen Erfolg führt Sawiris auf mehrere Faktoren zurück: „Ich arbeite hart – mindestens zwölf Stunden am Tag – und liebe schwierige Situationen“, erzählt er in seinem im Art-déco-Stil eingerichteten Büro im 25. Stock des modernen Nile City Towers, zweier Hochhäuser, von Orascom erbaut und mit ihren Kuppeln bereits ein Wahrzeichen von Kairo. Rückhalt finde er im Glauben und in der Familie.

Seine Prognosen seien immer richtig, brüstet sich Naguib gern. Dieses Selbstbewusstsein wird ihm oft als Arroganz vorgeworfen. Mit seiner direkten Art eckt der Geschäftsmann in Ägypten immer wieder an. „Ich sage meine Meinung und habe vor niemandem Angst.“ Er nutzt politische Verbindungen – allerdings nur in berechenbaren Staaten, seit ihn in Syrien ein Partner, ein Verwandter der politischen Führungsclique, hinauswarf, als das Unternehmen lief.

Stillstand erträgt Naguib Sawiris nicht: Die Sawiris-Stiftung ist der größte Sponsor von Kulturereignissen in Ägypten, und er träumt von einem eigenen terrestrischen Fernsehsender, wenn dieser Sektor in seiner Heimat für Privatunternehmen geöffnet wird. Dennoch versichert Naguib, dass er nicht nur für die Arbeit lebt: „Vor der Schule und am Abend vor dem Zubettgehen sehe ich meine vier Kinder, diese Stunden sind mir heilig.“

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