Nanya und Infineon machen gemeinsame Sache
Milliarden-Investitionen für Chip-Joint-Venture

Da Werke zur Herstellung von Speicherchips extrem teuer sind, haben der taiwanische Chiphersteller Nanya und Infineon bereits im November ein Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Nun wurden die Investitionspläne für das Joint Venture erstmals konkretisiert.

Reuters TAIPEH/MÜNCHEN. Das Gemeinschaftsunternehmen für die Fertigung von Speicherchips (DRAMs) mit dem Namen Innotera werde 004 882 Mill. Dollar (rund 815 Mill. €) und 2005 weitere 1,1 Mrd. Dollar investieren, hieß es am Donnerstag in einer Nanya-Präsentation für eine Technologie-Konferenz in New York. Nach wie vor ist jedoch ein wesentlicher Teil der Finanzierung offen.

Ein Infineon-Sprecher sagte auf Anfrage, an dem Plan des Münchener Konzerns, bis 2005 - ebenso wie Nanya - 550 Mill. € in das Joint Venture zu investieren, ändere sich nichts. Das Gemeinschaftsunternehmen hat früheren Angaben zufolge im maximalen Ausbau ein Investitionsvolumen von 2,2 Mrd. € - womit die Finanzierung zur Hälfte noch offen ist.

In der Vergangenheit hatte es hierzu in Branchenkreisen geheißen, das Joint Venture sei womöglich für den Einstieg weiterer Partner offen. Aber auch eine Finanzierung über Kredite, einen Börsengang oder eine Wandelanleihe des Gemeinschaftsunternehmens sei denkbar. Infineon selbst wollte sich am Donnerstag erneut nicht zu den Details der noch ausstehenden Finanzierung äußern.

In dem Werk wollen beide Partner Speicherchips auf Siliziumscheiben (Wafer) mit 300 Millimetern Durchmesser fertigen - eine Technologie die im Vergleich zu 200-Millimeter-Scheiben deutlich produktiver ist. Erste Wafer sollen noch 2003 vom Band laufen. Früheren Angaben zufolge werden in der Endausbaustufe Mitte 2006 monatlich bis zu 50 000 Silizium-Scheiben verarbeitet werden.

Chipwerke sind äußerst teuer, so dass der weltweit sechstgrößte Halbleiterkonzern seit längerem versucht, die eigenen Investitionskosten zu senken und deshalb auf Partnerschaften setzt. Beispielsweise arbeiten die Münchener in Taiwan bei DRAMs auch mit Winbond zusammen. Darüber hinaus besteht etwa eine Kooperation mit SMIC in China.

Infineon hatte in den vergangenen zwei Geschäftsjahren 2000/01 und 2001/02 (zum 30. September) jeweils operative Milliardenverluste eingefahren. Allerdings hat der drittgrößte Speicherchip-Anbieter der Welt für das laufende Quartal angekündigt, nach neun Verlustquartalen in Folge wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Die gesamte Halbleiterbranche hatte in den letzten zwei Jahren unter der schwersten Krise seit ihrem Bestehen gelitten.

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