Navi-Hersteller
Smartphone-Konkurrenz macht TomTom zu schaffen

Zwar gehen beim Navi-Pionier TomTom im zweiten Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn zurück – allerdings lange nicht so stark wie befürchtet. Das treibt den Aktienkurs an. Trotzdem werden die Erwartungen gedämpft.
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GdingenDer niederländische Navi-Pionier TomTom verzeichnet bei seiner Ausrichtung auf das Dienstleistungsgeschäft erste Erfolge. Steigende Erlöse mit Karten, Flottenmanagement-Systemen und Technologie für selbstfahrende Autos bremsten den Rückgang bei traditionellen Navigationssystemen und die Schwäche mit tragbaren Fitness-Datengeräten etwas ab. Der Umsatz ging im zweiten Quartal um vier Prozent auf 253 Millionen Euro zurück, der Gewinn sank um zehn Prozent auf 21 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Rückgang war aber nicht so stark wie von Reuters befragten Analysten befürchtet. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Die Aktie legte fast sieben Prozent zu.

TomTom leidet seit längerem unter der Konkurrenz von Smartphones. Viele Autofahrer kaufen sich kein eigenes Navi-System mehr, sondern nutzen ihr Mobiltelefon, um den Weg zu finden. Die Niederländer setzen deswegen verstärkt auf Karten, Auto-Software, Flottenmanagement-Systeme und Technologie für selbstfahrende Autos. Der Umsatz in diesem Bereich soll im laufenden Jahr um 15 Prozent zulegen, sagte TomTom voraus. „Wir glauben, das Wachstum hier könnte starke Zuwächse beim Gewinn in den kommenden Jahren hervorrufen“, sagte Kepler-Chevreux-Analyst Peter Olofson.

Auf Zustimmung bei Analysten stieß die Ernennung des SAP-Vorstands Bernd Leukert in den TomTom-Aufsichtsrat. Dies stehe in Einklang mit dem Wandel des Unternehmens, sagte Morgan Stanley-Analyst Andrew Humphrey. Zuletzt hatte die in Amsterdam ansässige Firma eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Internet-Konzern Baidu bei digitalen Karten vereinbart. Diese gilt als wichtiger Schritt im Wettbewerb mit dem Kartenhersteller Here, der zu den Autoherstellern BMW, Daimler und Audi sowie Intel gehört.

Nicht so gut läuft es dagegen im Geschäft mit Privatkunden, das immer noch die Hälfte zu den Gesamterlösen beisteuert. Vor allem der Bereich Sportartikel, zu dem tragbare Fitness-Datengeräte gehören, entwickle sich schlechter als erwartet. Aus diesem Grund schraubte TomTom-Chef Harold Goddijn die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr herunter. Für das Gesamtjahr geht er nunmehr von einem Umsatz am unteren Ende der zuletzt genannten Spanne von 925 bis 950 Millionen Euro aus. Die Sport-Sparte werde nun auf den Prüfstand gestellt. Details sollten im Oktober genannt werden, kündigte Goddijn an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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