NEC, Matsushita und Texas Instruments
Neue Handy-Allianz entwickelt sich

In der Handybranche bilden sich neue Allianzen. Die beiden größten japanischen Hersteller NEC und Matsushita Electric Industries sprechen mit Texas Instruments aus den USA über eine Kooperation, dies bestätigten Firmensprecher am Freitag in Tokio.

TOKIO. Bei den Gesprächen geht es um die Bündelung von Mikrochips für Handys des dritten Mobilfunkstandards, um den hohen Entwicklungskosten der Geräte zu begegnen. Auch Chiphersteller NEC Electronics sei in die Gespräche eingebunden. Details seien allerdings noch nicht entschieden.

Die japanische Wirtschaftszeitung Nihon Keizai hatte berichtet, dass bis Sommer ein Joint Venture mit einer Kapitalisierung von umgerechnet gut 71 Mill. Euro und mehreren hundert Beschäftigten gegründet werden soll. Die produzierten Chips sollten auch an andere Handybauer verkauft werden.

Für NEC wie für Matsushita hat sich das Handygeschäft zum Verlustbringer entwickelt. Die Expansion auf Auslandsmärkte ist nicht annähernd wie geplant geglückt, beide fahren das Auslandsgeschäft zurück. Auf dem japanischen Markt aber fressen ein intensiver Wettbewerb der zehn inländischen Hersteller und hohe Entwicklungskosten für Handys mit immer neuen Zusatzfunktionen an den Margen. Auch die Entwicklungssubventionen der Mobilfunkanbieter, allen voran NTT Docomo, ändern daran nichts.

Sanyo Electric hatte sich deshalb erst vor wenigen Wochen zu einer Allianz mit Nokia für Handys der dritten Generation auf dem in den USA üblichen Standard CDMA 2000 entschieden. Sanyo und Nokia entwickeln, produzieren und vertreiben gemeinsam.



Konsolidierungsschritte

Seither wird über weitere Konsolidierungsschritte spekuliert. Seit der Fusion zu Sony-Ericsson vor fünf Jahren hat es keine Kapitalverschmelzung der Handyabteilungen mehr gegeben - ganz anders als im Chipgeschäft der breit aufgestellten Elektronikfirmen. Bisher beschränkt sich dies auf Allianzen. Sharp, Mitsubishi Electric und Fujitsu entwickeln künftig zusammen mit dem Chiphersteller Renesas Halbleiter. Matsushita beziehungsweise die 100-Prozent-Tochter Panasonic Mobile Communication und NEC kennen sich aus der gemeinsamen Softwareentwicklung für Handys.

Analysten sagen spöttisch, der japanische Markt selbst sei zu groß für die Hersteller, um zu sterben, und übe anders als der koreanische nicht genügend Druck für die Auslandsexpansion aus. Samsung Electronics aus Südkorea ist zum drittgrößten, LG Electronics etwa gleichauf mit Sony Ericsson als viert- oder fünftgrößter Hersteller aufgestiegen. Viele japanische Hersteller hingegen sind auf wichtigen Wachstumsmärkten wie China, Russland oder Indien nicht oder kaum vertreten. Zum komfortablen Leben allerdings reichen die Margen auf dem gesättigten japanischen Markt langfristig auch nicht, zumal ausländische Hersteller wie Nokia und in diesem Jahr erstmals Samsung Electronics verstärkt auf den Markt drängen.

Sharp will ermutigt durch die jüngsten Erfolge auf dem inländischen Markt mit eigens für den Auslandsmarkt entwickelten Modellen in Europa oder China einen neuen Auslandsanlauf starten. Die Geräte sind um einige der japanischen Extra-Funktionen abgespeckt und deshalb günstiger. Kyocera hat derweil den Einstieg in Russland verkündet.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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