Nervosität vor Kinostart
Warner hofft auf Potters Zauberkraft

Der jetzt startente dritte Teil der Fantasyreihe muss gegen starke Konkurrenz in den Kinos antreten.

hps/wsj/HB LOS ANGELES. Wenn Warner Bros. einlädt, dann kommen Filmrechteeinkäufer aus aller Welt: Zum Abschluss der Holly- woodmesse L.A. Screenings gab die Film- und Fernsehtochter des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner ein rauschendes Fest auf ihrem Studiogelände in Burbank. Vor rund 900 Fernsehmanagern schwebte Warner-Fernsehchef Jeffrey Schlesinger auf die Bühne und lobte die Arbeit des Studios anschließend überschwänglich.

Tatsächlich hat sich Warner mit seinen Megafilmen an die Spitze von Hollywood gesetzt. Nach „Herr der Ringe“ und des vom deutschen Regisseur Wolfgang Petersen inszenierten Sandalenfilms „Troja“ geht am morgigen Donnerstag „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ weltweit an den Start.

Von Autorin Joanne K. Rowling gibt es für den dritten Teil nur Lob: „Es ist der beste bisher. Ich habe nichts dagegen, dass sie die Geschichten kürzen – in dem Buch gibt es Dinge, die man auf der Leinwand nicht umsetzen kann“, sagt sie. „Ich bin selbst eher ein Bücherwurm, aber ich sehe mir durchaus auch gern einen guten Film an.“

Für Warner Bros. sind die Potter- Filme ein voller Erfolg: Allein die ersten beiden Teile haben bislang weltweit 1,88 Mrd. $ eingespielt. Vom dritten Teil werden ähnliche Umsätze erwartet. Damit nicht genug: Der britische Regisseur Mike Newell, bekannt durch die Hugh- Grant-Komödie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, dreht bereits an der nächsten Folge.

Die Nervosität bei Warner ist groß. Denn der neue Potter-Film kämpft gegen mächtige Konkurrenz: Zuletzt landete das kleine Holly- wood-Studio Dreamworks mit „Shrek 2“ ein Überraschungscoup. Der Animationsfilm mit dem sympathischen grünen Männchen spielte allein in den USA und Kanada am vergangenen Wochenende 92 Mill. Euro ein. Das so genannte Memorial Day Weekend (Montag war in den USA Feiertag) gilt in der Kinobranche als besonders umsatzträchtig. Noch nie zuvor konnte ein Film ein solches Ergebnis wie „Shrek“ vorweisen. „Shrek ist der beliebteste Animationsfilm der Geschichte“, sagte Robert Bucksbaum, Chef der Filmanalysefirma Reel Source. Der Animationsstreifen aus der Werkstatt von Steven Spielberg, David Geffen and Jeffrey Katzenberg hat seit seinem Start am 19. Mai bereits 257 Mill. Euro eingespielt.

Doch Potter muss nicht nur gegen „Shrek“ kämpfen. Auch der in den USA als Kritik an der Bush-Regierung empfundene Katastrophen- Film „The day after tomorrow“ des deutschen Regisseurs Roland Emmerich erzielte am Feiertagswochende mit geschätzten 86 Mill. Euro ein Spitzenergebnis.

Gegen diese Produktion des Fox- Studios, Tochter des Medienkonzerns News Corp., kam der Warner- Streifen „Troja“ nicht mehr an. Am vierten Wochenende seit Start spielte das Drama nur noch 15 Mill. Euro ein. Die Kasse stimmt dennoch bei Warner Bros. Denn der 180 Mill. $ teure „Troja“-Film mit dem Frauenliebling Brad Pitt brachte in den USA 110 Mill. $ und im Rest der Welt sogar 222 Mill. $ ein.

Potter soll nun die Erfolgsserie von Warner fortsetzen. Ob er allerdings an der Kinokasse zaubern an, erscheint fraglich. In Deutschland dürfen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren den dritten Teil im Kino nur sehen, wenn sie von Erwachsenen begleitet werden. In den Niederlanden wurde Eltern gar empfohlen, nur Kinder, die älter als neun Jahre sind, in den neuen Potter-Streifen zu lassen.

Solche Restriktionen haben traditionell direkte Folgen für die Umsätze. Schließlich erzielten die ersten beiden Potter-Streifen zwei Drittel ihres Umsatz außerhalb des US- Marktes. In den USA gibt es keine Altersbeschränkungen.

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