Netflix
„House of Cards“-Anbieter begeistert die Wall Street

Mit rasant steigenden Kundenzahlen in aller Welt beeindruckt der Streaming-Dienst Netflix seine Anleger. Doch der starke Dollar trübt die Gewinnzahlen. Was sagt das Abonnentenwachstum über den Wert von Netflix?
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San FranciscoMit vier Millionen wäre er ja schon zufrieden gewesen. So viele neue Kunden hatte Netflix-Vorstandschef Reed Hastings für die ersten drei Monate des laufenden Jahres erhofft. Geworden sind bei der Endabrechnung des 1. Quartals aber 4,88 Millionen zusätzliche Abonnenten, und die Wall Street kann es nicht fassen: Innerhalb weniger Minuten nach Börsenschluss stand die Aktie über 57 Dollar, oder 12 Prozent, im Plus. Damit sind die alten Rekordmarken jenseits von 500 Dollar pro Aktie wieder erreicht.

Netflix blickt auf eine Geschichte voller dramatischer Kursschwankungen. Im Oktober 2013 warnte Vorstandschef Hastings persönlich noch vor einer "momentum-getriebenen Euphorie", die den Kurs in problematische Regionen treibe. Das waren damals 400 Dollar, nachdem im Sommer 2012 die Aktie ganze 54 Dollar wert war.

Aber in der von billigem Geld getriebenen Dauerparty an der Wall Street interessierte das niemanden. Netflix wanderte in Richtung 500 Dollar, nur um krachend wieder auf unter 300 einzubrechen. Jetzt zeigt die Kurstafel 531 Dollar. Ein neuer Rekord.

Den Hype treiben allein die Wachstumszahlen bei den Abonnenten. Der um 24 Prozent zum Vorjahr gestiegene Umsatz von 1,57 Milliarden Dollar rechtfertigt solche Kurskapriolen ebenso wenig wie der schwindsüchtige Gewinn von 38 Cents pro Aktie nach 86 Cents im Vorjahr. Hier schlagen sich die "hohen Investitionen in eigene Inhalte" nieder, wie Hastings im Aktionärsbrief erklärt. Netflix produziert Serien wie "House of Cards" und ist auch in die Spielfilmproduktion eingestiegen.

Doch das Kundenwachstum hat es in sich. Zum einen ist das Interesse in den USA nicht wie befürchtet wegen Marktsättigung eingebrochen. Zum anderen geht die internationale Expansion mit voller Fahrt weiter. 2,6 Millionen Zugänge nach 1,75 Millionen im Vorjahr lautet das internationale Ergebnis. Selbst in Kuba wird der Service jetzt verkauft.

Allerdings bringt der internationale Erfolg neue Bauchschmerzen mit sich: Der starke Dollar kostete das Unternehmen beim Umtausch 48 Millionen Dollar Währungsverluste. Zusammen mit hohen Kosten für die Auslandsexpansion verlor die Sparte International im Quartal 65 Millionen Dollar und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Doch Hastings hat volles Vertrauen in die Strategie: Im laufenden Quartal lautet die Prognose 600.000 Neuzugänge in den USA, aber 1,9 Millionen im Ausland. Weltweit sind es jetzt zusammen 59,6 Millionen zahlende Kunden, im Vorjahresquartal waren es 46,1 Millionen.

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