Netz-Proteste: Facebook verteidigt seinen Inhaltefilter

Netz-Proteste
Facebook verteidigt seinen Inhaltefilter

Kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen üben harte Kritik an Facebooks Inhaltefilter. Es werde immer schwieriger mit den Fans zu kommunizieren. Facebook filtert, wer welche Postings zu sehen bekommt.
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San FranciscoGetrieben von wachsender öffentlicher Kritik an seinem Geschäftsmodell geht Facebook in die Offensive. Auf einer Presseveranstaltung in Menlo Park versuchte das Soziale Netzwerk am Wochenende die Wogen zu glätten und die Systematik hinter seinen Inhaltefiltern zu erklären. Sie sorgen dafür, dass viele der von Facebook-Nutzern oder Unternehmen versendeten Nachrichten nur wenige Empfänger erreichen. Es sei denn, man bezahlt dafür. Das sei im besten Sinne der Nutzer, argumentiert Facebook.

Besonders von kleinen Unternehmen, aber auch von Werbe-Managern und Web-Investoren wie Mark Cuban, Eigentümer des Basketballteams Dallas Mavericks, war zuvor heftige Kritik an dieser Inhalte-Zensur gekommen. Cuban etwa beabsichtigt nach eigenen Aussagen seine Facebook-Aktivitäten einzufrieren und sich anderen Netzen wie Twitter, Tumblr oder Myspace zuzuwenden. Das Argument: Über Jahre habe Facebook Unternehmen ermuntert, mit hohem finanziellen Aufwand Facebook-Seiten aufzubauen und Fans zu gewinnen („Likes“). Nun, nach dem Börsengang von Facebook, solle man für den Zugang zu seinen Kunden (Fans) bezahlen.

Auch gemeinnützige Organisationen und Non-Profit-Organisationen äußerten Kritik. Es werde immer schwieriger, sich mit seinen Mitgliedern auszutauschen, wenn immer nur ein kleiner Teil der gesamten Interessenten eine Nachricht zu Gesicht bekomme. Facebook selbst nennt einen typischen Satz von 15 bis 20 Prozent aller Facebook-Freunde, die eine gepostete Nachricht auch sehen.

Produktmanager Will Cuthart verteidigte das Vorgehen Facebooks mit der schieren Masse von Nachrichten und Benachrichtigungen, die auf einen Nutzer mit vielen Freunden täglich einprasseln. „Das Problem mit dem Nachrichtenstrom ist, dass die Leute täglich auf Facebook kommen“, zitiert Techcrunch den Manager, „aber nicht die Zeit haben alles zu lesen, was hereinkommt.“ Deshalb sortiere man das Wichtige heraus. Tatsächlich haben viele Facebook-Nutzer in der Vergangenheit wahllos Freunde gesammelt wie Briefmarken, oft tausende, aber danach mit vielen davon nie ernsthaft kommuniziert. Diese Karteileichen sollen die Filter aufspüren und ausblenden.

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Wer wenig „Likes“ vergibt, sieht auch weniger Postings

Kommentare zu " Netz-Proteste: Facebook verteidigt seinen Inhaltefilter"

Alle Kommentare
  • Ob Facebook sich nicht warm anziehen soll?! Hier ein Paar Gedanken. http://imzugderzeit.wordpress.com/2012/11/18/facebook-die-symptome-einer-krankheit-und-das-konzept-der-verganglichkeit-aller-dinge/

  • facekook *ist* mein Filter, die "Inhalte" :-) erreichen mich grundsätzlich nicht.

  • lol, was soll das werden?
    eine facestasi?

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