Netz wird für Konkurrenten geöffnet
Britische BT gibt nach

Auf Druck der Regulierungsbehörden hat der größte britische Festnetz-Anbieter BT Group hat einer Öffnung seines Netzes für Konkurrenten und Preissenkungen zugestimmt. Ansonsten hätte dem Konzern die Aufspaltung gedroht.

HB LONDON. Wie BT am Donnerstag mitteilte, einigte sich der frühere Monopolist mit dem Regulierer Ofcom auf mehrere Punkte, die heimischen Rivalen den Netzzugang sichern sollen. Ofcom erwartet dadurch einen Preisrückgang für Gespräche, Anschlüsse und anderen Dienstleistungen für Privat- und Firmenkunden. Der Regulierer erklärte, die Einigung werde BT eine Meldung an den Wettbewerbsausschuss ersparen, der eine Aufspaltung des Konzerns in seine Privatkunden- und Großhandelssparte hätte beschließen können. Die Konkurrenz hatten BT vorgeworfen, das Unternehmen biete seiner eigenen Privatkunden-Sparte bessere Netz-Zugangsbedingungen als Wettbewerbern.

Zentraler Bestandteil der jetzt getroffenen Vereinbarung ist die Verpflichtung von BT, eine neue Sparte zu schaffen, die für einen transparenten Zugang zu seinem landesweiten Netz sorgen soll - unter den selben Bedingungen wie für die eigene Privatkunden-Sparte. In dieser neuen Sparte ist auch die „letzte Meile“ angesiedelt, die den Anschluss an den jeweiligen Haushalt oder an gewerbliche Kunden beinhaltet. Die anderen Telekom-Anbieter brauchen einen Zugang dazu, wenn sie ihre eigenen Dienste anbieten wollen. Ähnliche Probleme gibt es in allen europäischen Ländern seit der Freigabe der Telekom-Märkte, weil die ehemaligen Monopolisten flächendeckend über die Zugang verfügten und diesen Vorteil nicht einfach preisgeben wollen.

„Es waren sehr schwere Verhandlungen, aber sie sind fair“, sagte BT-Chef Ben Verwaayen bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Aktien von BT erreichten Stände wie seit drei Jahren nicht mehr und legten 3,8 % auf 225,84 Pence zu. Analysten zufolge nahm die Einigung etwas Druck von den Anteilsscheinen, da sich die Gefahr durch den Regulierer verringert habe. „Der Ausgang folgt im Wesentlichen den Vorschlägen von BT aus diesem Jahr und ist damit letztendlich ein Sieg für BT“, sagte Analyst Morten Singleton von der WestLB.

Sollte BT seine Zusagen nicht einhalten, könne ein Gericht eingeschaltet werden, erklärte Ofcom. Dabei könnten die Board-Mitglieder zur Verantwortung gezogen werden. Die Konkurrenten begrüßten dies. „Die persönliche rechtliche Verantwortung jedes einzelnen Board-Mitglieds von BT ist willkommen und von großer Bedeutung“, sagte der Chef von Cable & Wireless, Francesco Caio.

Die Arbeit der neuen Zugangsdienst-Sparte wird BT zufolge von einem überwiegend mit unabhängigen Mitgliedern besetzten Board überwacht und geleitet. Die Einheit werde rund 20 % des BT-Umsatzes ausmachen. Sie soll einen eigenen Hauptsitz und eine eigene Marke haben und rund 30 000 Mitarbeiter haben.

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