Netztest der Zeitschrift „Connect“

Telekom verteidigt den Mobilfunktitel

Immer gut verbunden? Die Fachzeitschrift „Connect“ hat in ihrem renommierten Test die Mobilfunknetze in Deutschland untersucht. Auf Platz 1 liegt wieder die Telekom. In einer Disziplin haben aber alle Nachholbedarf.
Die Tester fahren mit Messwagen durchs Land, um die Qualität von Anrufen und Datenübertragungen zu ermitteln.
Testaufbau

Die Tester fahren mit Messwagen durchs Land, um die Qualität von Anrufen und Datenübertragungen zu ermitteln.

DüsseldorfMorgens in der Bahn die Nachrichten scannen, mittags im Café WhatsApp-Nachrichten schreiben und abends auf dem Heimweg zu Hause anrufen: Immer mehr Deutsche nutzen unterwegs Telefon und Internet. Eine störungsfreie und schnelle Verbindung ist da wichtig. Der renommierte Netztest der Zeitschrift „Connect“ zeigt: Die Deutsche Telekom bietet weiterhin das beste Mobilfunknetz, für Telefonate wie für Datenverbindungen. Beim Empfang in Zügen hat aber auch der Testsieger noch Luft nach oben.

Schon in den vergangenen vier Jahren lag die Telekom vorn. Auch dieses Mal überzeugte der Rosa Riese die Tester. So gingen Downloads im Mittel doppelt so schnell vonstatten wie bei der Nummer zwei, Vodafone. Auch bei den Spitzengeschwindigkeiten war die Telekom besser als die Konkurrenz, wobei der Abstand in kleinen Städten noch deutlicher zutage trat als in Großstädten.

Einzig bei Sprachanrufen in Städten erzielte Vodafone bessere Ergebnisse – dank der Einführung der Technologie Voice over LTE (VoLTE), bei der die Telefonate übers LTE-Netz laufen und so in deutlich besserer Sprachqualität erlauben. Nutzer seien insgesamt aber bei beiden Anbietern gut versorgt, meinen die „Connect“-Experten: „In Deutschland gibt es derzeit zwei Premium-Mobilfunkanbieter.“

Die Nummern drei und vier heißen O2 und E-Plus. Die Unternehmen gehören inzwischen zusammen und sind mit 42 Millionen gemeinsamen Kunden Marktführer, „Connect“ testete sie jedoch noch separat: Die Integration der Netze beginnt erst im Januar 2016. O2 habe in den Ausbau der LTE-Infrastruktur in Großstädten und kleineren Orten investiert, notiert „Connect“ – das mache sich bei der schnelleren Datenübertragung bemerkbar. Zudem haben das Unternehmen VoLTE einführt, was sich aber noch nicht so deutlich bemerkbar mache wie bei Vodafone.

E-Plus hat 2014 und 2015 sein Netz ausgebaut – trotz der absehbaren Zusammenlegung mit O2. Das machte sich im Test bemerkbar, etwa durch geringere Ladezeiten von Webseiten. Trotzdem zeigten sich die Experten noch nicht zufrieden: „Wer größere Datenmengen übertragen oder Streaming-Angebote nutzen will, ist mit der derzeit gebotenen Netz-Performance jedoch nicht optimal bedient.“ Auch das sogenannte National Roaming, durch das O2- und E-Plus-Kunden ohne Aufpreis das Netz des Partners nutzen können, habe keine sichtbaren Vorteile erbracht.

Auf Bahnfahrten sind Telefon- und Datenverbindungen häufig ein Problem. Große Verbesserungen haben sich nach Einschätzung der Tester innerhalb des letzten Jahres nicht ergeben. Selbst beim Testsieger Telekom lief mehr als jeder zehnte Anruf ins Leere, bei O2 sogar fast jeder dritte (knapp 30 Prozent). Beim mobilen Internet liegt der ehemalige Staatskonzern ebenfalls vorn, die drei Konkurrenten sind fast gleichauf. Fazit: „Bahn- und Netzbetreiber sind dringend aufgefordert, in die Mobilfunkqualität in Zügen zu investieren.“

Der „Connect“-Netztest ist für die Mobilfunkbranche ein wichtiger Gradmesser – wer gewinnt, schmückt sich in der Werbung gerne mit dem Prädikat „Deutschlands bestes Netz“. Die Tester betreiben einen enormen Aufwand: Bei der aktuellen Ausgaben legten sie nach eigenen Angaben rund 20.000 Kilometer in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück. Die Ergebnisse basieren auf der Bewertung von mehr als 8500 Anrufen, 20.000 Website-Aufrufen und 10.000 Dateiübertragungen. Den Test führte die Firma P3 Communications durch.

Wie sich die Telekom-Konzerne an die Gurgel gehen
O2 gegen Telekom und Vodafone
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2012 wirbt die Telefónica-Marke O2 mit einem Testurteil von „Focus Money“, wo sie ein „Sehr gut“ im Preis-Leistungsverhältnis bekommen hat. Sie macht bei der Werbung keinen Unterschied zwischen Vodafone und Telekom. Beide werden gleich übersprüht.

Vergleichende Werbung ist Deutschland seit dem Jahr 2000 unter Beachtung einiger Richtlinien erlaubt.

Vodafone gegen Telekom
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Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone beruft sich 2013 auf eine bessere LTE-Netzabdeckung. Die Qualität des Netzes ist ein beliebter Vergleich bei Werbung, die gegen die Wettbewerber zielt.

Vergleichende Werbung muss sich auf das gleiche Produkt oder Dienstleistung für denselben Bedarf oder die gleiche Zweckbestimmung beziehen.

Telekom gegen O2
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Der Bonner Konzern betont immer wieder, das beste Netz zu haben. 2011 versucht die Telekom mit drei Testurteilen Kunden von Telefónica abzuwerben.

Telekom gegen O2 – zum Zweiten
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Später nahm die Telekom auch den Werbespruch von O2 aufs Korn. Aus „O2 can do“ machte sie kurzerhand „O2 can’t do“. Werbeexperten erklären, die Grenze zwischen erlaubter und unlauterer vergleichender Werbung ist sehr eng. Das Produkt oder das Angebot des Wettbewerbers darf nicht abgewertet werden.

Telekom gegen Vodafone – vor Gericht
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2011 erwirkten die Telekom eine einstweilige Verfügung gegen Vodafone: In einem Werbespot warb das Konkurrenz-Unternehmen damit, „schneller“ zu sein. In der korrigierten Version des Sports, die beinah umgehend viral verbreitet wurde, hieß es dann statt „ Ich will schneller sein“ schlicht „Ich will schnell sein“.

1&1 gegen Telekom
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2015 weidete 1&1 seinen Sieg über die Telekom in einem Werbespot genüsslich aus.

  • chk
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