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Netzwerk: Facebook feuert Finanzchef Gideon Yu

Facebook muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Gideon Yu tritt überraschend beim weltgrößten Social Network ab. Es gibt Spekulationen über einen Streit mit Vorstandschef Mark Zuckerberg.

Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg hatte vermutlich Streit mit Gideon Yu. Quelle: dpa
Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg hatte vermutlich Streit mit Gideon Yu. Quelle: dpa

BERLIN. Keine zwei Jahre ist das Loblied alt: „Ich halte es für einen Coup, dass wir ihn holen konnten“, sagte damals Mark Zuckerberg, Gründer des weltgrößten Social Networks Facebook. „Er ist exzellent.“

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Der im Juli 2007 mit so viel Lob Überschüttete heißt Gideon Yu und war damals zum Finanzvorstand von Facebook gekrönt worden. Seit gestern ist er dies nicht mehr: Völlig überraschend verkündete das Netzwerk in der Nacht zum Mittwoch Yus Ausscheiden.

Wer wird Nachfolger? Darum soll sich die Personalberatung Spencer Stuart kümmern.

Der Abschied des 37-Jährigen, der zuvor Finanzvorstand der Videoplattform Youtube war, ist jedoch mehr als nur eine Personalie: Es ist ein weiteres Indiz, dass bei Face-book bei weitem nicht alles so rund läuft, wie Zuckerberg dies gern bei öffentlichen Auftritten verkündet. Denn in 24 Monaten ist Yu bereits der vierte Topmanager, der das Unternehmen verlässt. Vor ihm gingen schon die beiden Mitgründer Dustin Moskowitz und Adam D'Angelo sowie der langjährige Zuckerberg-Begleiter Matt Cohler.

Vor allem das Gebaren des Chefs soll inzwischen ein Problem sein: „Du bist für Mark oder gegen ihn“, sagt ein Angestellter, der lieber nicht genannt werden möchte. Wenig hilfreich sei auch die Berufung der ehemaligen Google-Frau Sheryl Sandberg auf den Posten des Chief Operating Officer (COO) im vergangenen Jahr: Die kühl auftretende Managerin sei ein Gegensatz zur studentisch geprägten Kultur der Facebook-Programmierer.

Hinzu kommt im Fall von Yu wohl, dass er nicht die erhofften neuen Finanzmittel besorgen konnte. Facebook wächst mit jetzt 200 Millionen Mitgliedern, davon rund ein Prozent in Deutschland, weltweit schneller als geplant. Das bedeutet: Die Kosten für Speicher und Leitungen sind ebenfalls höher als gedacht.

Yu soll vor einigen Monaten deshalb versucht haben, in Dubai neue Investoren zu finden. Nach Informationen des „Wall Street Journals“ soll Facebook insgesamt allerdings seit fünf Quartalen ein positives Ergebnis nach Ebitda einfahren. Der Umsatz soll in diesem Jahr 70 Prozent über dem von 2008 liegen. Wie hoch er tatsächlich ist, weiß das Wirtschaftsblatt aber auch nicht zu sagen.

Über die genauen Gründe für Yus überraschenden Abgang kann nur spekuliert werden. Das „Wall Street Journal“ behauptet aber, es habe in den vergangenen Wochen zwischen ihm und Zuckerberg mehrfach Streit über verschiedene Themen gegeben. Sein Nachfolger müsse nun Erfahrungen in einem börsennotierten Unternehmen mitbringen. Das könnte darauf hindeuten, dass Facebook aktiv den Gang an die Finanzmärkte anstreben könnte.

Mancher hält dieses Projekt aber auch mittelfristig nicht für realistisch. So glaubt der New Yorker Medienprofessor und Web-Experte Clay Shirky: „Facebook wird nicht allein überleben können.“ Er erwartet einen Verkauf – zum Beispiel an Microsoft.

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