Netzwerk Omlet : Stanford-Professorin fordert Facebook heraus

Netzwerk Omlet
Stanford-Professorin fordert Facebook heraus

Der Chat-Dienst Omlet hat die Kommunikation an der Stanford-Universität revolutioniert. Jetzt könnte er zum ernstzunehmenden Konkurrenten für Facebook werden – wenn Mobilfunkanbieter und Gerätehersteller mitspielen.
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San FranciscoGegensätzlicher könnten die Ansichten des Harvard-Studienabbrechers und der Stanford-Professorin gar nicht sein: Während Mark Zuckerberg der professionellen Ausbeutung der Daten seiner 1,3-Milliarden Facebook-Mitglieder zum Geschäftsmodell entwickelt hat, schafft Professorin Monica Lam ein mobiles Netzwerk, das den Menschen gehört. Mitsamt seinen Daten. Es hört auf den Namen Omlet und ist seit März bereits für Apple und Android-Geräte verfügbar.

Der Ansatz ist technologisch revolutionär. Alle Konversationen, Fotos oder Bilder werden nur noch bei den Menschen gespeichert, die daran beteiligt waren. Sie liegen nicht mehr zentral auf gigantischen Serverfarmen, wo sie zur potenziellen Ausbeutung bereit stehen. Omlet ist bereits Bestandteil des offiziellen Kommunikationsnetzes iStanford der berühmten Universität Stanford im Herzen von Silicon Valley. „Wir schicken keine Studenten mehr zu Facebook“, so Lam. „Keine Universität sollte das machen.“

Ganz neu ist die Idee nicht. Ähnliche amerikanische wie deutsche Studentenprojekte kamen aber bisher nicht über die Startphase hinaus. Doch Omlet hat einen Trumpf, der den Dienst zum ernstzunehmenden Konkurrenten für das große blaue Netzwerk macht: Der Smartphone-Hersteller Asus aus Taiwan hat im April Omlet als erstes Unternehmen in seine Zenfones integriert. Die Omlet-Anbindung und Apps wie eine Fotogalerie hat Asus selbst programmiert. Ein Zenfone-Besitzer kann Fotos einfach mit einem anderen Zenfone-Besitzer teilen, ohne vorher einem Dienst oder Netzwerk beitreten oder irgendwas ins Internet hochladen zu müssen. Es wandert einfach von Smartphone zu Smartphone.

Der jüngste Vorfall bei Facebook dürfte das Bedürfnis der Nutzer nach Alternativen zu dem Netzwerk noch erhöht haben. Facebook hatte die Daten seiner Nutzer für eine Psychostudie bereitgestellt. Lam: „Für so etwas hätten Forscher in Stanford niemals eine Erlaubnis bekommen, ohne dass die Betroffenen vorher um ihre Zustimmung gebeten werden“, erklärt sie im Gespräch mit Handelsblatt Online.

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