Netzwerkausrüster
NSN verkauft Kundendienstsparte

Rund 1200 Mitarbeiter wechseln von NSN zum kanadischen Unternehmen Redknee. Der Verkauf der Kundendienstsparte ist Teil eines Sanierungskonzepts. In Deutschland streicht der Netzwerkausrüster und 3000 Stellen.
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München Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) verkauft seine Kundendienstsparte an den IT-Dienstleister Redknee. Mit der Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2013 würden 1200 Mitarbeiter zu den Kanadiern wechseln, teilte die Gemeinschaftstochter von Siemens und Nokia am Mittwoch mit.

In der Einheit Business Support Systems bietet NSN seinen bislang 130 Kunden aus der Mobilfunkbranche Dienstleistungen rund um die Zahlungsabwicklung an. NSN verkauft derzeit im Rahmen einer dritten Sanierungsrunde Bereiche am laufenden Band, zuletzt das Glasfasergeschäft. Die Wartungssparte steht zudem vor der Schließung. Vorstandschef Rajeev Suri streicht gut 20.000 der weltweit 74.000 Stellen, davon 3000 in Deutschland.

Der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) schließt seine deutsche Service-Tochter. Der Schritt betrifft rund 1000 Beschäftigte, wie die Gemeinschaftsfirma von Siemens und Nokia am Mittwoch mitteilte. Die NSN Service GmbH schreibe mit der Wartung von herkömmlicher Telefon- und Datentechnik Verluste, und komme absehbar auf keinen grünen Zweig, hieß es.

"Aus Sicht von Nokia Siemens Networks sind diese anhaltenden Verluste in einem Geschäftsbereich, der nicht zum Kerngeschäft gehört, nicht mehr tragbar", erklärte Deutschland-Chef Hermann Rodler. Die ausstehenden Verpflichtungen gegenüber Kunden und Lieferanten würden geordnet abgewickelt.

Kreisen zufolge hatte zuvor der Großkunde Deutsche Telekom, von dem NSN das Geschäftsfeld vor fünf Jahren übernommen hat, seinen Vertrag zum Jahresende gekündigt und damit das Aus für das Wartungsgeschäft bei NSN besiegelt. NSN-Chef Rajeev Suri unterzieht sein Haus derzeit einer Rosskur. Reihenweise werden Geschäftsfelder verkauft oder geschlossen. Weltweit fallen rund 20.000 der 74.000 Stellen, davon bisher 3000 in Deutschland.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi appellierte an die Konzerne, den Mitarbeitern von NSN Service eine berufliche Perspektive zu bieten. Von den rund 1000 Betroffenen kommen der Gewerkschaft zufolge demnächst 200 automatisch bei der Deutschen Telekom unter: Sie haben als Beamte ein Rückkehrrecht. Verdi-Funktionär Lothar Schröder kritisierte, NSN habe sich abseits von den Aufträgen der Telekom kein tragfähiges Geschäft aufgebaut. "Dieses Missmanagement sollen die Beschäftigten nun mit einem Verlust ihrer Arbeitsplätze bezahlen. Das ist skandalös", erklärte er.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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