
HB SAN JOSE. "Zu unserem Bedauern müssen wir davon ausgehen, dass unsere Sorgen über die Industriestaaten noch mehrere Quartale anhalten“, erklärte Cisco-Chef John Chambers bei der Vorlage der Quartalsbilanz nach US-Börsenschluss. Das Geschäft mit der öffentlichen Hand in den USA, Europa und Japan habe auch im abgelaufenen zweiten Quartal einen Rückschlag erlitten. „Die Herausforderungen auf regionaler, kommunaler und schließlich auch Bundesebene werden sich nach unserer Einschätzung in den kommenden Monaten weiter vergrößern.“ Chambers kündigte eine Arbeitsgruppe an, die für eine Verbesserung der Rendite sorgen und den Verlust an Marktanteilen begrenzen soll.
Cisco hatte der Technologiebranche bereits im November einen Dämpfer versetzt und im August mit der Warnung vor einer „ungewöhnlichen Unsicherheit“ geradezu schockiert. Der Konzern gilt wegen seiner breiten Aufstellung als Indikator für den Markt und Chambers ist einer der dienstältesten Firmenchefs im Silicon Valley, dessen Wort Gewicht hat.
Das abgelaufene Quartal fiel dagegen sogar etwas besser aus, als die Experten geschätzt haben. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 10,2 Milliarden Dollar gerechnet. Der Netto-Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr auf 1,5 von 1,9 Milliarden Dollar und damit weniger als erwartet. Mit 62,4 Prozent lag die Brutto-Rendite allerdings um knapp zwei Prozentpunkte unter der des Vorjahres. Das bestätigte die Experten in ihrem Eindruck, Cisco müsse billiger anbieten, um seinen Marktanteil zu schützen.