
DÜSSELDORF. Bisher berichtet das "Wall Street Journal" über den Deal und beruft such auf informierte Kreise. NSN und Motorola wollten sich auf Anfrage dazu nicht äußern. Ein Kauf würde für das deutsch-finnische Joint Venture aber durchaus Sinn machen: NSN hat im Sommer vergangenen Jahres bereits für zwei Sparten des insolventen kanadischen Ausrüsters Nortel geboten, war aber von den Konkurrenten Ericsson und Ciena überboten worden.
Hintergrund der Kaufgelüste von Nokia Siemens ist der geringe Marktanteil in den USA. Dort arbeiten die meisten Mobilfunker mit einem anderen technischen Standard als in Europa. Folglich benötigen die Netze eine ganz andere Anlagen und die Mitarbeiter, die sie warten, ein anderes Know-How. NSN fehlt bisher beides. Da die USA aber ein so wichtiger Markt sind, will das Gemeinschaftsunternehmen sich dort offenbar verstärken.
Die USA sind nicht nur ein großer Markt, sondern auch besonders offen für neue Handy-Dienste. Dank des großen Erfolgs des iPhones ist die Nutzung von mobilen Daten wie Apps dort rasant gestiegen. Das wiederum macht die Aufrüstung der Handy-Netze nötig. Zudem bietet die vierte Generation von Mobifunktechnik, im Fachjargon LTE genannt, den Ausrüstern ein großes Potential für neue Aufträge. Sie eignet sich vor allem für die Datenübertragung auf dem Handy.
NSN braucht dringend neue Aufträge. Zwar hat das Joint Venture nach einer Serie von Verlusten im ersten Quartal dieses Jahres überraschend einen Gewinn von 15 Mio. Euro erwirtschaftet. Doch der Umsatz sinkt, die operative Marge soll nach der Prognose von Nokia in diesem Jahr zwischen null und zwei Prozent liegen. Auch für den Markt insgesamt erwartet NSN in diesem Jahr kein Wachstum.