Neuausrichtung läuft
Philips bevorzugt Börsengang für Halbleitersparte

Europas größter Unterhaltungselektronik-Hersteller kommt bei seiner Neuausrichtung voran. Der niederländische Philips-Konzern will bis zum Ende des Jahres seine Halbleitersparte abspalten.

HB AMSTERDAM. Für die zweite Jahreshälfte sei ein Börsengang der Sparte oder ein Verkauf an Finanzinvestoren geplant, teilte Philips mit. Es gebe auch die Option, die Sparte nach der Abtrennung mit einem anderen Chiphersteller zusammenzuführen, teilte Philips-Chef Gerard Kleisterlee am Mittwoch mit. „Gegenwärtig ist ein Börsengang oder eine Investition von Finanzinvestoren die bevorzugte Option“, ergänzte ein Sprecher. Lediglich einen Minderheitsanteil will der Konzern behalten. Mit den Arbeitnehmervertretern sollen jetzt Verhandlungen aufgenommen werden.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen, die Philips-Aktie kletterte zuletzt um 2,06 Prozent auf 23,25 Euro. Philips hatte erstmals im Dezember vergangenen Jahres eine mögliche Trennung der Halbleitersparte erwähnt.

Nach Angaben von Gerard Kleisterlee hat der Konzern in den vergangenen Monaten intensiv die Möglichkeiten zur Abspaltung der Halbleitersparte ausgelotet. Die Vorbereitungen für eine Börsennotierung würden bereits getroffen. Ziel sei es nun, die Entflechtung der Sparte zu beschleunigen und bis zum Ende des dritten Quartals unter Dach und Fach zu bringen. Entstehen soll ein unabhängiges und stärkeres Halbleiterunternehmen mit einem Dritten als Mehrheitsaktionär.

Meilenstein auf Weg zur Neuausrichtung

Experten schätzen den Gesamtwert der Philips-Halbleitersparte, die im vergangenen Jahr 4,62 Mrd. Euro umsetzte, auf fünf bis sechs Mrd. Euro. Die Niederländer stellen Mikrochips vor allem für die Mobilfunk-Branche, die Unterhaltungsindustrie und den Auto-Sektor her. Der Bereich erwirtschaftet ein Sechstel des Konzernumsatzes.

Die Trennung von der Halbleitersparte ist für den Philips-Konzern ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Neuausrichtung. Kleisterlee schrieb in einem Brief an die Belegschaft: „Die zukünftige Dekonsolidierung unseres Halbleitergeschäfts ist ein weiterer Schritt für Philips - weg von der Konzentration auf das Elektronikgeschäft und hin zu der Strategie, einen auf Gesundheit, Lifestyle und Technologie ausgerichteten Konzern aufzubauen.“

Die Niederländer hatten sich in den vergangenen Monaten von zahlreichen Geschäftsteilen getrennt: Zuletzt verschmolz der Konzern seinen Geschäftsbereich Mobile Display Systems mit der taiwanesischen Toppoly und hält hier künftig eine Minderheitsbeteiligung. Im Gegenzug geht Philips vor allem in seinem Medizintechnik- und Gesundheitsgeschäft auf Einkaufstour. So soll unter anderem der amerikanische Medizintechnikanbieter Intermagnetics General für 1,3 Mrd. Dollar übernommen und der britische Babyprodukt-Anbieter Avent für 460 Mill. Pfund (673 Mio Euro) geschluckt werden. Weitere Übernahmen sollen folgen.

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