Neue Anbieter machen Platzhirschen wie TF1 und M6 das Leben schwer
Digitales Fernsehen verschärft Konkurrenz in Frankreich

Premierminister Jean-Pierre Raffarin höchstpersönlich hat gestern per Knopfdruck in Frankreich das Fernsehen der Zukunft gestartet: digitales terrestrisches TV, das mit herkömmlicher Antenne plus Decoder empfangbar ist.

PARIS. Dank der neuen Technik steigt die Zahl der frei empfangbaren Kanäle in Frankreich von derzeit sechs auf zunächst 14. Experten erwarten dank der neuen Sender-Konkurrenz harte Zeiten für die bisherigen Platzhirsche wie TF1 und die Bertelsmann-Tochter M6.

Während es für die Deutschen dank Kabel und Satellit seit Jahren normal ist, über 30 Kanäle ohne Abonnementkosten empfangen zu können, ist dies für die meisten Franzosen ein Novum. 75 Prozent der Bevölkerung können bislang mangels Kabelanschluss oder Satellitenschüssel nur die sechs terrestrischen Sender empfangen: Das sind TF1 (Großaktionär Bouygues), M6 (Bertelsmann), Canal Plus (Vivendi) und die öffentlich-rechtlichen France 2, France 3, France 5 und Arte (beide letzt genannten teilen sich einen Sendeplatz).

Die Folge: Die beiden kommerziellen Sender haben in diesem Oligopol glänzend verdient. Marktführer TF1 zum Beispiel weist in seinem reinen Fernseh-Geschäft eine Brutto-Rendite von rund 28 Prozent aus und hält rund 50 Prozent Marktanteil am TV-Werbekuchen, der im vergangenen Jahr rund 5,7 Milliarden Euro schwer war.

Die neuen Herausforderer AB Group, NRJ und die Medien-Sparte des Bolloré-Konzerns wollen den Platzhirschen Marktanteile abnehmen. Die Experten der Media-Agentur Carat Expert schätzen, dass die neuen Sender in den kommenden zehn Jahren zwischen 23 und 34 Prozent der Zuschauer und der Werbegelder erobern können.

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