Neue Chipfabrik
Bosch investiert eine halbe Milliarde in Deutschland

Der weltgrößte Autozulieferer Robert Bosch will mehr als eine halbe Milliarde Euro in eine neue Mikrochip-Fabrik in Reutlingen bei Stuttgart stecken. Dadurch sollen Fertigungskosten gesenkt und bedrohte Arbeitsplätze gesichert werden.

HB STUTTGART. Die Fabrik, deren Bau im Herbst 2007 beginnen soll, werde ab Mitte 2009 Siliziumscheiben mit einem Durchmesser von 200 Millimetern herstellen und die bestehende Fertigungsanlage für 150-Millimeter-Scheiben (Wafer) ersetzen, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. In die Fabrik mit einer täglichen Produktionskapazität von bis zu einer Million Chips investiert Bosch rund 550 Mill. Euro. Voll ausgelastet soll sie im Jahr 2016 sein.

Von der auf 350 Tage im Jahr rund um die Uhr verlängerten Produktionszeit und die größere Scheibenfläche verspreche sich Bosch einen Kostenvorteil von 30 Prozent, sagte der Chef der Bosch-Kraftfahrzeug-Sparte, Bernd Bohr, in einer Telefonkonferenz. Bosch-Chef Franz Fehrenbach sagte, die neue Fabrik sichere bis 2012 rund 800 Arbeitsplätze. Die Stellen sollen intern besetzt werden.

Bosch hat in der Produktion von Diesel-Einspritzsystemen mit der Pumpe-Düse-Technik zu viele Mitarbeiter an Bord, da der Großkunde Volkswagen seine Autos bis 2012 nur noch mit so genannten Common-Rail-Systemen ausrüsten will. Dadurch werden am Bosch-Standort in Rommelsbach bei Reutlingen 620 Mitarbeiter überflüssig, denen größtenteils Jobs in der neuen Chip-Fabrik angeboten werden sollen. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle verzichtet werden, versprach Fehrenbach. Über die Zukunft der übrigen Produktionsstandorte für Diesel-Pumpen in Stuttgart, in Frankreich und der Türkei mit 3400 Beschäftigten sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

In modernen Autos stecken nach Bosch-Angaben bis zu 200 Mikrochips, die den Motor und andere elektronische Systeme wie ABS oder Airbags steuern. „Wir rechnen damit, dass der Halbleiter-Markt für Automobil-Anwendungen mittelfristig um rund zehn Prozent pro Jahr wächst“, prognostizierte Bosch-Manager Bohr. Die in Reutlingen gefertigten Mikrochips will Bosch auch Herstellern von Computerspiel-Konsolen, Taschencomputern und Mobiltelefonen anbieten.

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