Neue Ertragsquellen
Disney greift im Videospielemarkt an

Micky Maus erobert das Videospiel. Angesichts des rückläufigen Geschäfts mit Comic-Heften sucht der amerikanische Medienkonzern Disney neue Ertragsquellen. Das plötzliche Interesse Disneys an der Branche hängt mit einem Führungswechsel zusammen.

LOS ANGELES. „Wir investieren massiv in Videospiele“, sagte Disney-Vorstand Andy Mooney dem Handelsblatt. Das Unternehmen hat zuletzt den kanadischen Videospielentwickler Propaganda Games und den amerikanischen Spezialisten Avalanche Software übernommen. Und dabei soll es nicht bleiben. „Wir prüfen, ob wir weitere Studios kaufen“, sagte Mooney, der im Konzern für die Konsumprodukte-Sparte zuständig ist. Der gebürtige Schotte blickt dabei besonders nach Asien.

Bei Disney hat das Thema große Bedeutung. Die Videospielebranche mit einem Jahresumsatz von 17 Mrd. Dollar boomt. Während neue Unternehmen wie Electronic Arts eine Schlüsselrolle besetzen, spielen Hollywood-Studios wie Disney nur eine Nebenrolle. Das plötzliche Interesse Disneys an der Branche hängt mit einem internen Führungswechsel zusammen. Der langjährige Disney-Patriarch Michael Eisner hat seinen Job an den für das Spiel- und Online-Geschäft aufgeschlossenen Bob Iger abgegeben. „Statt wie früher nur Lizenzen zu vergeben, wollen wir uns in Zukunft verstärkt zum Produzenten entwickeln“, sagt Mooney, ein Vertrauter von Iger.

An Stoffen fehlt es dem Micky-Maus-Konzern offenbar nicht. Doch künftig sollen nicht nur erfolgreiche Kinofilme wie „Der Fluch der Karibik“ als Videospiel erhältlich sein, sondern auch Fernsehserien: „Wir überlegen, ob wir Serien wie ,Desperate Housewives‘ als Videospiele auf den Markt bringen“, sagt Mooney, ehemals Marketingchef des Sportartikelherstellers Nike. Die von Disney produzierte Serie handelt von Hausfrauen der amerikanischen Mittelschicht und gehört zu den größten Fernseherfolgen weltweit.

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