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Neue Facebook-Funktion: Diese Nachricht zerstört sich selbst

Ob zotige Witze oder anzügliche Bilder: Mit einer neuen App können Facebook-Nutzer Dinge austauschen, die besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Das Vorbild dieser Funktion ist erstaunlich beliebt.

Aufnehmen, verschicken, fertig: Mit der Smartphone-Anwendung Snapchat können Nutzer auf die Schnelle Schnappschüsse verschicken. Facebook hat jetzt eine ähnliche Funktion entwickelt. Quelle: PR
Aufnehmen, verschicken, fertig: Mit der Smartphone-Anwendung Snapchat können Nutzer auf die Schnelle Schnappschüsse verschicken. Facebook hat jetzt eine ähnliche Funktion entwickelt. Quelle: PR

DüsseldorfEin kurzer Blick, dann sind sie weg. Facebook hat eine neue App entwickelt, mit der Mitglieder kurze Nachrichten, Fotos und Videos verschicken können, die sich nach wenigen Sekunden automatisch löschen. Damit ist die Anwendung „Poke“ perfekt für Inhalte, über die niemand zufällig stolpern sollte – ob fiese Witze oder peinliche Schnappschüsse. Das Unternehmen spricht von einer „leichten“ Art der Kommunikation, US-Medien sehen darin vor allem eine Plattform zum Austausch von Anzüglichkeiten.

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Das Soziale Netzwerk hat sich von einer erfolgreichen Smartphone-App namens „Snapchat“ inspirieren lassen. Mit der können Nutzer Fotos mit oder ohne Kommentar verschicken, seit kurzem auch Videoschnipsel. Diese Bilder verfallen ebenfalls nach wenigen Sekunden.

Wie schütze ich meine Daten vor Facebook?

  • Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?

    Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten preisgeben. Wichtig sind dabei zwei Entscheidungen: Welche Daten gebe ich an – und wer darf diese Daten lesen? Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben. Kritisch können aber etwa Fotos aus dem Privatleben sein: Denn so weiß schnell auch der Arbeitgeber, was auf der Feier am vergangenen Wochenende geschehen ist. Der beste Datenschutz ist natürlich, Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Und: Das nachträgliche Löschen von Daten nützt nicht immer etwas – häufig finden sich irgendwo Spuren der alten Informationen oder Fotos.

  • Wie kann ich verhindern, dass Facebook mein Surfverhalten aufzeichnet?

    Seiten wie das Technikportal Heise.de binden den „Gefällt mir“-Knopf nicht direkt ein, sondern laden ihn erst, wenn der Nutzer das wünscht. Diese Funktion gibt es aber nur auf wenigen anderen Seiten. Wer die Datensammlung abwehren will, kann verhindern, dass der Facebook-Knopf geladen wird. Nutzer des Browsers Firefox können dazu den Werbeblocker AdBlock-Plus nutzen. Wie sie die Filterregeln richtig einstellen, lässt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden. Das Verfahren funktioniert auch mit anderen Netzwerken wie Google+. Facebook-Mitglieder können auch ihre Cookies löschen, sodass der Server nicht erkennt, dass er ein Mitglied vor sich hat.

  • Welche Daten sammelt Facebook durch den „Gefällt mir“-Knopf?

    Viele Websites binden den „Gefällt mir“-Button von Facebook ein. Ob das Soziale Netzwerk beim Besuch einer solchen Seite Daten sammelt, hängt davon ab, ob der Nutzer ein Facebook-Konto hat. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt – sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird.

  • Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

    Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

50 Millionen Schnappschüsse werden so pro Tag geteilt, wie das Startup im Dezember stolz in seinem Blog berichtete. Damit hat sich die kostenlose Anwendung seit dem Start im September 2011 eine erstaunlich große Fangemeinde aufgebaut. Kein Wunder, dass Facebook ein eigenes Angebot aufbaut, zumal Snapchat eine rein mobile Chat-Anwendung ist – für das Soziale Netzwerk ein wichtiges Geschäftsfeld.

Poke und Snatchat versprechen einen eingebauten Datenschutz. In den USA haben die Anwendungen daher den Ruf, für den Versand von schlüpfrigen Bildern zu dienen. „Sexting“ wird das genannt, eine Kombination aus den Wörtern „sex“ und „texting“ (Kurznachrichten verschicken). Das ist im vermeintlich prüden Amerika verbreiteter, als man denken mag: Immerhin neun Prozent der Handybesitzer zwischen 18 und 24 Jahren haben Fotos oder Videos schon einmal mit sexuellen Inhalten verschickt, unter den 24- bis 34-Jährigen sogar 14 Prozent, wie das renommierte Pew-Forschungszentrum ermittelt hat.

Snapchat-Gründer Evan Spiegel hält die Sexting-Berichte hingegen für eine Übertreibung. „Ich kenne keine Leute, die das tun. Es scheint nicht besonders viel Spaß zu machen, wenn du echten Sex haben kannst“, sagte er dem US-Blog Techcrunch. Das Feedback der meisten Nutzer zeige, dass es eher um lustige Nachrichten und Fotos gehe.

Webfail Die lustigsten Facebook-Einträge

  • Webfail: Die lustigsten Facebook-Einträge
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Die vermeintliche Vertraulichkeit der beiden Apps trügt allerdings. Zum einen sagt Snapchat in seiner Datenschutzerklärung zwar zu, die Inhalte schnell zu löschen, es könne aber nicht garantiert werden, dass sie in jedem Fall entfernt werden. „Nachrichten werden daher auf das Risiko der Nutzer verschickt.“

Hinzu kommt: Mit einem technischen Trick können Nutzer die empfangenen Fotos und Videos durchaus dauerhaft speichern – sogar ohne dass der Absender davon erfährt. Vorsicht ist also auch bei selbstlöschenden Nachrichten angebracht.

 

  • 29.12.2012, 11:54 Uhrnetshadow

    Die Tipps zum Datenschutz sind windig, so ein Netzwerk braucht nicht mal den Namen um eindeutiges Social-Profiling zu betreiben. Denn das bringt erst tatsächlich die Summe der Einträge und Inhalte. Daraus werden die Werbeprofile generiert, da geht es um die Wahrscheinlichkeiten von Einkommen, Bonität und für was wohl der Nutzer seine Asche ausgibt. Daraus können im Ausschlußverfahren, auch ohne IP-Tracking, ganz schnell auf den Namen, Wohnort etc, Rückschlüsse gezogen werden. Und das schon allein durch die "ehrlichen" Angaben wer mit wem befreundet ist.
    Es gibt also keine Möglichkeit seine Daten zu schützen, bzw. sein Recht auf den Schutz seiner persönlichen Daten wahrzunehmen. Wer sich in diesen Moloch begibt, sollte das wissen und sich das klar machen können. Diese Systeme leben davon, das genau das nicht getan wird.

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