Neue Facebook-Regeln Kein Like für Waffenhändler

Der Waffenhandel über das Internet boomt. Auch auf Facebook werden mittlerweile Gewehre und Pistolen verkauft. Darum ändert das Soziale Netzwerk nun seine Regeln. Der Privatverkauf von Waffen ist ab sofort verboten.
Auf Facebook dürfen Privathändler künftig keine Waffen mehr anbieten. Quelle: ap
Waffenhandel verboten

Auf Facebook dürfen Privathändler künftig keine Waffen mehr anbieten.

(Foto: ap)

San FranciscoDer unkontrollierte Waffenverkauf über das Internet wird ab sofort erschwert. Der Internetkonzern Facebook teilte am Freitag (Ortszeit) in San Francisco mit, dass die fast 1,6 Milliarden Nutzer des Netzwerks und der Foto-App Instagram nicht mehr unter Privatleuten Waffen anbieten oder Waffenkäufe arrangieren dürfen. Nicht betroffen sind lizenzierte Waffenhändler.

„In den letzten zwei Jahren haben immer mehr Menschen Facebook genutzt, um neue Produkte zu entdecken und untereinander Sachen zu verkaufen“, erklärte die Abteilungsleiterin für Produktpolitik bei Facebook, Monika Blickert, in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Schon seit langem wurde auf Facebook politischer Druck ausgeübt, um den Waffenhandel über das Internet einzudämmen. 2014 beschränkten Facebook und Instagram den Handel mit Waffen auf die über 18-Jährigen.

Vor dem Hintergrund von Amokläufen mit zahlreichen Toten setzt sich US-Präsident Barack Obama seit Jahren dafür ein, die Bestimmungen zum Waffenhandel zu verschärfen. Er traf damit aber auf Widerstand im Kongress. Anfang Januar enthüllte Obama seinen jüngsten Plan für ein strengeres Waffenrecht. Kern des Vorhabens ist eine bessere Überprüfung von Schusswaffenkäufern.

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
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Der US-Konzern hat vor zwei jahren den Aufstieg in die Reihe der zehn größten Waffenhersteller geschafft. Allerdings hat das Unternehmen aus New York 2015 in der Rüstungssparte mit 8,8 Milliarden US-Dollar etwas weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her.

Quelle: SIPRI Arms Industry Database

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
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Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
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US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
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Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)
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Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
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Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 4: Raytheon (USA)
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Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Obama will nach seinen Äußerungen vom Monatsbeginn sicherstellen, dass „jeder, der im Geschäft des Waffenverkaufs tätig ist, eine Lizenz besitzt und Hintergrund-Checks bei seinen Kunden durchführt“. Die Neuregelung bei Facebook geht in die Richtung der von Obama vorgeschlagenen Maßnahmen. Ähnliche Regeln wie sie nun für den Waffenhandel eingeführt werden, galten bei Facebook bereits für den Verkauf von Drogen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Mehrere Vereinigungen, die für eine Beschränkung des Waffenhandels kämpfen, begrüßten die Entscheidung von Facebook. Es sei ein „wichtiger Schritt“ getan, sagte der Vorsitzende der Brady-Kampagne zur Verhinderung von Waffengewalt, Dan Gross. Schon seit 2014 habe seine Kampagne sich für das Verbot eingesetzt. Die Entscheidung von Facebook könne dazu beitragen, dass keine Waffen in die Hände von „gefährlichen Leuten“ gelangten.

Die waffenkritische Organisation Moms Demand Action for Gun Sense in America erklärte, die Anstrengungen der vergangenen Jahre trügen dazu bei, Waffen aus dem Umfeld von Kindern fernzuhalten und die Rechtsgrundlagen für den Handel mit Waffen im Internet „klarzustellen“. Die Vereinigung Everytown for Gun Safety teilte mit, sie habe durch eine Untersuchung mit verdeckten Ermittlern festgestellt, dass gerade Kriminelle sich Waffen über das Internet beschafften.

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  • afp
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