Neue Fertigung soll 2005 starten
Infineon steckt eine Milliarde in US-Werk

Der Chiphersteller will die Produktion erweitern. Analysten zeigten sich überrascht.

jojo MÜNCHEN. Der Chiphersteller Infineon gibt in den USA Gas. Der Münchener Konzern investiert 1 Mrd. $ (930 Mill. Euro) in sein Werk in Richmond, teilte Europas zweitgrößter Halbleiterhersteller mit. Damit soll die Produktion auf Basis der modernen 300-Millimeter-Technologie erweitert werden.

Analysten zeigten sich überrascht vom Zeitpunkt der Investition. „Das Werk wird dann voll einsatzfähig sein, wenn der erwartete Abschwung 2006 kommt“, urteilte die Hypo-Vereinsbank. Zudem werde Infineon in den nächsten Quartalen von höheren Kapazitäten bei seinen Partnern und in einem eigenen neuen Werk in Taiwan profitieren.

Infineon rechtfertigt die Investition dagegen. „Die Nachfrage der Kunden nach Logik- wie auch nach Speicherchips steigt stark an“, sagte Vorstand Andreas von Zitzewitz. Die neue Fertigung soll 2005 an den Start gehen. Dazu wird die Belegschaft um 800 Mitarbeiter auf 2 550 aufgestockt. Eigentlich sollte die Fabrik bereits im Jahr 2000 ausgebaut werden. Wegen des Einbruchs der Nachfrage in der Chipindustrie wurden die Arbeiten jedoch gestoppt.

Fraglich ist, ob der Zeitpunkt der richtige ist. Denn vereinzelt sagen Analysten bereits für kommendes Jahr einen neuen Abschwung voraus. Zwar sollen die Umsätze in der Branche nach Ansicht der meisten Experten dieses Jahr noch um bis zu 30 % wachsen. Die Marktbeobachter von IC Insights rechnen aber damit, dass die Einnahmen schon 2005 um 6 % fallen werden. Die meisten anderen Marktforscher erwarten hingegen im nächsten Jahr noch ein Plus von bis zu 10 %.

IC Insights begründet seinen Pessimismus mit neuen Überkapazitäten, die derzeit entstehen. Zahlreiche Chipfirmen bauen momentan neue Fabriken oder haben angekündigt, wieder stärker zu investieren. In der Krise der vergangenen zwei Jahre wurde dagegen vergleichsweise wenig Geld in neue Werke gesteckt.

Die Analysten der Hypo-Vereinsbank rechnen erst 2006 mit einem Abschwung. Sie verweisen darauf, dass vom Baubeginn bis zum Produktionsstart 18 Monate vergehen würden. Infineons jüngstes Werk entsteht momentan in Taiwan in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner Nanya und nimmt noch dieses Jahr die Produktion auf.

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