Neue Formate sollen Branche aufmischen
Verlage wagen Zeitungs-Experimente

In den deutschsprachigen Zeitungsmarkt kommt Bewegung: Sowohl in Österreich als auch in der Schweiz gehen in diesem Jahr neue Tageszeitungen an den Start. Bereits am 15. Mai will der Schweizer Großverleger Michael Ringier eine Gratiszeitung mit Namen „Heute“ lancieren. Doch Zeitungsgründungen sind kein leichtes Unterfangen.

WIEN. Und in Österreich erscheint am 18. September ein Blatt, das den Namen des Landes als programmatischen Titel tragen soll: „Österreich“. Zeitungsneugründungen sind ein schwieriges Unterfangen. „Allein um einen Markt zu schaffen, braucht ein Unternehmen erfahrungsgemäß drei bis fünf Jahre“, berichtet der Saarbrücker Unternehmensberater Rainer Wagner, der Zeitungsverlage berät. Der Leser verlangt nicht nach neuen Zeitungen, zudem gilt der deutschsprachige Printmarkt als gesättigt. Was treibt Österreicher und Schweizer dazu, es dennoch zu versuchen?

Allen Neuerscheinungen sind intensive Marktstudien vorausgegangen. Diese haben beispielsweise eine neue, starke „Österreich-Identität“ bei jungen Leuten in der Alpenrepublik geortet. Also nennt Herausgeber Wolfgang Fellner die neue Tageszeitung „Österreich“. Man wolle damit eine Signal in einer globalisierten Welt setzen, sagt Fellner. Er und sein Bruder Helmut Fellner haben die Medienwelt der Österreicher stark geprägt. Sie gründeten den News-Verlag, der mehr als achtzig Prozent aller österreichischen Magazine herausgibt. Die Brüder verkauften die News-Gruppe an Gruner + Jahr und haben genug Geld für das neue Zeitungsprojekt. Im ersten Jahr kostet es unterm Strich 30 Mill. Euro.

Von Herbst an soll die Zeitung mit einer Auflage von 250 000 von Montag bis Samstag und rund 600 000 Exemplaren am Sonntag erscheinen. Der Chef der größten Mediaagentur Mediacom Peter Lammerhuber ist sicher, dass viele seiner Kunden Werbegeld für das seit zwei Jahren angekündigte Projekt aufbewahrt haben.

Was hat die Zeitung, was andere Blätter in Österreich nicht haben? Zumindest das Format: Es ist größer als das Kleinformat der „Kronenzeitung“ und kleiner als das der „Presse“. Es ist eine international übliches Tabloid-Größe, auf der jedoch ein stark nationales Tagesgeschehen gedruckt wird.

Namhafte österreichische Journalisten haben bereits ihren Arbeitsplatz gewechselt, um bei der Neugründung dabei zu sein – daher wird ein eine gute redaktionelle Qualität erwartet.

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