Neue Handys sind gleichzeitig MP3-Player
Nokia nimmt Kampf mit Apples iPod auf

Nokia will in diesem Jahr gleich drei Handys auf den Markt bringen, die neben Zwei-Mega-Pixel-Kameras mit Carl Zeiss-Objektiv auch Video- und W-Lan-Möglichkeiten sowie einen MP3-Player mit einer Festplattenkapazität von vier Gigabyte für rund 3 000 Songs integrieren. Auch der iPod Mini hat in der kleinsten Version eine Vier-Gigabyte-Festplattenspeicher.

STOCKHOLM. Die Handys, die den Auftakt für Nokias neue N-Serie bilden, bezeichnet Analyst Håkan Wranne vom Aktienmakler Fischer als Gefahr für den iPod. Er sieht die GSM- und UMTS-tauglichen Modelle N70, N90 und N91 als eine logische Fortsetzung der vor einigen Jahren eingeschlagenen Nokia-Strategie, Multimedia in die Handys zu integrieren.

Telekom-Analystin Helena Nordman-Knutson vom Börsenmakler Öhman Equities hält den Vorstoß der Finnen für „notwendig und richtig“. Damit werde Nokia den Durchschnittspreis für seine Handys wieder nach oben treiben können.

Nokia kooperiert bei den neuen Geräten mit Partnern aus der Unterhaltungselektronikbranche. Kopfhörer-Hersteller Sennheiser, die Lautsprecher-Spezialisten Bose und Harman Kardon sowie der Optik-Experte Carl Zeiss entwickeln mit Nokia die neuen Handys. Und auch Erzrivale Microsoft ist mit von der Partie: Der US-Gigant liefert Teile der Software. Nokia-Chef Jorma Ollila sagte bei der Vorstellung der neuen Geräte in Amsterdam, sein Unternehmen wolle in diesem Jahr 100 Mill. Kamera-Handys, 40 Mill. MP3-Handys und 25 Mill. Smartphones verkaufen.

Ob der neue Vorstoß von Nokia erfolgreich sein wird, ist noch nicht sicher. Das N70- und N90-Modell Modell werden im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen, während das Spitzenmodell N91 mit dem Festplatten-MP3-Spieler Ende 2005 erhältlich sein soll. Die Marktforscher von Gartner sind jedenfalls skeptisch. Den Geräten fehle der Kultstatus, wie ihn etwa der iPod besitze, sagte Analyst Ben Wood. Allerdings zeigten die neuen Geräte, dass Nokia auf allen Gebieten mitspielen könne.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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