Neue Investitionen
RTL baut Fernsehproduktion aus

Europas größter Fernsehkonzern, RTL-Group, will unabhängiger vom Werbemarkt werden und plant den Ausbau seines internationalen TV-Produktionsgeschäftes. Schwierige Märkte in Asien sollen erschlossen werden, zudem verhandelt die Sendergruppe des Bertelsmann Konzerns über Zukäufe in der Türkei.

BERLIN Europas größter Fernsehkonzern, RTL Group, plant den Ausbau seines internationalen TV-Produktionsgeschäft. „Weltweit setzen sich neue Fernsehformate immer schneller durch. Daran wollen wir künftig stärker teilhaben“, sagte Vorstandschef Gerhard Zeiler. Innerhalb von drei bis fünf Jahren wolle er das Geschäft verdoppeln. Zeiler schließt auch Zukäufe von Filmfirmen nicht aus, wenn das Preisniveau wieder stimme.

Derzeit läuft im Produktionsgeschäft eine Konsolidierungswelle. Kürzlich hat der italienische Medienkonzern Mediaset den zweitgrößten TV-Produzenten in Europa, Endemol, übernommen. Zuvor hat der Finanzinvestor Permira, einer der beiden Hauptaktionäre des RTL-Konkurrenten Pro Sieben Sat 1, den Berliner Fernsehproduzenten MME gekauft.

Mit dem geplanten Ausbau des Produktionsgeschäfts will die Sendergruppe des Medienkonzerns Bertelsmann unabhängiger vom volatilen Werbemarkt werden. Der RTL-Produktionskonzern Fremantle Media gehört zu den Wachstumstreibern. Im vergangenen Halbjahr stieg der Umsatz auf 603 Mill. Euro (Vorjahreszeitraum 559 Mill.). Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) stieg um 8,3 Prozent auf 91 Mill. Euro.

In Deutschland ist RTL mit seinem Potsdamer Produktionskonzern Ufa („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Dresden“) vertreten. Doch das Tochterunternehmen verliert an Bedeutung. „Ufa ist stabil, aber längst nicht mehr der größte Gewinnbringer“, heißt es in Konzernkreisen. Mittlerweile haben die Töchter in den USA und in den Großbritannien Ufa abgelöst. Vor allem der Erfolg der Musiktaltentshow „American Idol“ (in Deutschland als „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt) sorgt in den Vereinigten Staaten für ein rasantes Wachstum. Hinzu kommen neu entwickelte Fernsehshows wie „Got talent“, das bisher schon in 13 Ländern verkauft wurde.

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