Der Softwarekonzern SAP
bekommt auf seinem deutschen Heimatmarkt mehr Konkurrenz bei IT-Programmen für mittelständische Firmenkunden: Der britische Software-Anbieter Sage kündigte am Dienstag in München an, mit seiner neuen Software zur Unternehmenssteuerung auch in Deutschland auf Kundenfang zu gehen.
HB DÜSSELDORF. Vor allem größere deutsche Mittelständler mit Filialen im Ausland und bis zu 2500 Mitarbeitern nimmt Sage mit seiner Software ins Visier, die bereits in 35 Ländern verfügbar ist. Sage bediente bisher weitgehend nur Firmen mit bis zu 1500 Mitarbeitern. Mit der neuen Software ERP X3 zur Steuerung von Finanzen, Produktion, Kundenmanagement, Warenwirtschaft und Geschäftsdatenanalyse erschließe sich Sage einen zusätzlichen Markt mit mehreren Tausend Kunden in Deutschland, sagte Sage-Vorstand Guy Berruyer der Nachrichtenagentur Reuters. Im gehobenen Mittelstand sind bislang in Deutschland vor allem
SAP
, Infor und
Microsoft
tätig. Anders als
SAP
setzt Sage weiterhin auf die Installation der neuen Mittelstands-Software bei den Kunden.
SAP
will hingegen den Mittelstandsmarkt mit einer Software aufrollen, die durch Abruf über das Internet verfügbar ist. Sage-Vorstand Berruyer sieht die Zeit für dieses "Software auf Abruf" genannte neue Geschäftsmodell noch nicht reif. Software auf Abruf bringe bisher nur wenigen Unternehmen Vorteile, sagte der Manager.
SAP
hatte zuletzt Rückschläge bei der Vermarktung seiner neuen Mittelstands-Computerprogramme hinnehmen müssen, da Kunden zum Teil zögern, ihre Geschäftsdaten auf fremden Rechnern zu lagern und über das Internet abzurufen. Eine generelle Abkühlung bei der Software-Nachfrage erkennt Sage-Manager Berruyer nicht. Es gebe keinen Grund, die bisherigen Geschäftserwartungen für die im September beendete Finanzperiode zu ändern. Das Umfeld sei allerdings unsicher und herausfordernd.
SAP
hatte am Montag einen abrupten Einbruch der Nachfrage eingeräumt und einen Einstellungsstopp verfügt.