Neue Konzernstruktur
Nokia verschlankt sich

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia ordnet sein Geschäft neu. Damit will sich der Branchenprimus aus Finnland besser gegenüber der veränderten Marktsituation positionieren. Ab 2008 soll es drei Geschäftssparten geben, um der immer stärkeren Verschmelzung zwischen Mobilfunk und Internet besser Rechnung tragen zu können.

STOCKHOLM. Die bisherigen Geschäftsbereiche für einfache Handys, Unternehmenslösungen und Multimedia-Geräte werden in der Sparte Devices (Geräte) zusammengefasst. Chef des Bereiches wird Kai Öistämö, der bislang die Mobile Phones Business Group geleitet hat. Zusätzlich werden die Bereiche Services & Software sowie Markets gebildet. Services & Software soll von Niklas Savander geleitet werden, der bisher für die Handy-Plattformen verantwortlich war. Anssi Vanjoki, bislang Chef der Multimedia-Sparte, übernimmt die Leitung der Markets-Sparte und ist dort für Verkauf und Marketing verantwortlich. Neu geschaffen wird die Position eines Chefentwicklers. Diese übernimmt Mary McDowell, bisher zuständig für den Bereich Unternehmenslösungen.

Vom kommenden Jahr an will Nokia außerdem in seinen Quartals- und Jahresbilanzen die Zahlen für die Bereiche Devices & Services sowie für das mit Siemens gegründete Netz-Joint-Venture Nokia Siemens Networks einzeln ausweisen. Das am 1. April 2007 an den Start gegangene Gemeinschaftsunternehmen stellt Mobilfunknetze her und hat sich zum Ziel gesetzt, dem Marktführer Ericsson aus Schweden Paroli zu bieten.

„Die Verschmelzung der mobilen Kommunikation und der Internet-Industrie eröffnet neue Wachstumschancen für uns“, begründete Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo die Umstrukturierung. Er ergänzte, dass die Endverbraucher in immer stärkeren Ausmaß internetfähige Handys verlangten, so dass die strikte Trennung zwischen einfachen Handys und Multimedia-Geräten veraltet sei.

Der finnische Konzern, der derzeit einen Handy-Weltmarktanteil von rund 36 Prozent hat, rechnet damit, dass bereits 2008 weltweit etwa 250 Millionen internetfähige Handys verkauft werden. Im vergangenen Jahr gingen nur 90 Millionen Geräte über die Ladentische. Analysten in Stockholm und Helsinki bewerteten die Neuorganisation als positiv.. „Die Branche hat sich verändert, also muss sich auch Nokia verändern“, sagte einer. Die Veränderungen in der Konzernstruktur seien aber nicht so gravierend, dass eine Neubewertung des Unternehmens notwendig werde. Die Nokia-Aktie zog in Helsinki zwischenzeitlich um ein Prozent an. In diesem Jahr hat der Titel bereits 37 Prozent zugelegt und damit die größten Konkurrenten Motorola und Samsung weiter hinter sich gelassen.

Nokia hatte bereits vor mehreren Jahren die Bedeutung des mobilen Internets erkannt und mit dem Communicator das erste internettaugliche Handy auf den Markt gebracht. Mittlerweile ist der Internet-Zugang über das Handy Standard bei allen UMTS-Geräten. Einen weiteren Schub in Richtung Multimedia-Geräte verspricht sich die Branche von dem Ende des Monats zunächst in den USA auf den Markt kommenden iPhone des US-Konzerns Apple. Das Geräte vereinigt MP3-Player, Internetfähigkeit und Telefon und kommt ohne Tasten aus. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Auch Nokia rechnet damit, dass die so genannten Touchscreens schon bald Standard bei Handys sind.

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