Neue Märkte im Blick
BT will in Osteuropa expandieren

Aufsichtsratschef Rake will den Großkunden nach Osteuropa folgen. Dabei nimmt er vor allem energiereiche Länder wie Kasachstan ins Visier.
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WienBT interessiert sich für ein Engagement in Osteuropa und in den früheren Sowjet-Republiken in Asien. "Wir müssen uns das ansehen", sagt BT-Aufsichtsratschef (Chairman) im Gespräch mit dem Handelsblatt in Wien. Der Osten sei in erster Linie für die Großkundensparte des britischen Telekommunikations-Riesen interessant, die aktuell auf einen Umsatz von etwa acht Milliarden Pfund (9,1 Milliarden Euro) kommt, etwa 40 Prozent des gesamten BT-Umsatzes. Unternehmen kaufen in der BT-Großkundensparte ("Global Services") ihren kompletten Bedarf an Telekommunikationsdienstleistungen ein.

Rake sieht die Notwendigkeit, dass BT seinen Großkunden nach Osteuropa folgt. Besonders interessant würden Länder wie Kasachstan und Turkmenistan, die den wachsenden Energiebedarf in Westeuropa vor allem beim Erdgas decken könnten. In China sei der britische Konzern schon gut vertreten. Jetzt gehe es darum, in der vorgelagerten Region Fuß zu fassen.

An Zukäufe denkt BT-Chairman Rake dabei allerdings nicht. Sein Unternehmen wolle langsam und organisch wachsen. BT sei weiter auf dem Weg der Konsolidierung. Vor zwei Jahre hatte der britische Telekommunikations-Konzern noch Verluste geschrieben.

Rake sieht keine Notwendigkeit eines Strategiewechsels. "Wir wollen keinen Mobilfunk", betont der Aufsichtsratschef. Die Briten hatten sich zu Beginn des Mobilfunk-Booms ausschließlich auf das Festnetz-Geschäft konzentriert und den Mobilfunk-Bereich abgegeben. Mobile Kommunikation spiele für BT trotzdem eine wichtige Rolle, weil die Grenzen zwischen Festnetz- und Mobilkommunikation mit der Zeit verschwinden würden. Kunden sei es am Ende völlig egal, ob sie über drahtloses Festnetz (WLAN) oder über die Mobilfunk-Frequenzen miteinander kommunizierten.

Im Privatkundengeschäft in Großbritannien rechnet Rake auf absehbare Zeit mit keinen großen Zuwächsen. Auslöser sei die schwierige wirtschaftliche Situation des gesamten Landes, die kein großes Wachstum erwarten lasse. Dazu komme der hohe Spardruck der britischen Regierung, die ihr großes Haushaltsdefizit in den Griff bekommen müsse.

BT sieht Wachstumschancen auf dem Heimatmarkt als Dreifach-Anbieter für Telefon, Breitband und TV. Der Konzern wolle Konkurrenten wie Sky Kunden abnehmen und dadurch Marktanteile gewinnen. Journalistische und andere Programminhalte werde BT dabei nicht selbst produzieren, sondern weiterhin zukaufen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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