Neue Modelle in Entwicklung: Die Billig-Smartphones kommen

Neue Modelle in Entwicklung
Die Billig-Smartphones kommen

Vom Luxus zur Massenware: Smartphones werden immer billiger. In China, Indien und Brasilien verjubeln lokale Hersteller die Geräte für weniger als 100 Dollar. Warum auch Europäer auf billigere Smartphones hoffen dürfen.
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BarcelonaFür 18 Euro bekommt man ein Buch, zwei Kinokarten – und demnächst vielleicht auch ein Smartphone.

Das will zumindest die Mozilla-Stiftung erreichen, die mit dem Browser Firefox bekannt geworden ist, inzwischen aber auch ein Betriebssystem für Mobiltelefone entwickelt hat. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigt die Organisation einen Entwurf, der sich zum Kampfpreis von 25 Dollar, derzeit 18 Euro, herstellen ließe. Natürlich mit der eigenen Software an Bord.

Ob ein Unternehmen das Superbillig-Smartphone in Serie produzieren wird, ist nicht klar. Doch allein die Idee ist bezeichnend: Immer mehr Elektronikhersteller entdecken die Entwicklungs- und Schwellenländer als lukrativen Markt. Sie wollen die Menschen, die bislang noch keinen Zugang zum Internet hatten, mit den Personal Computern des 21. Jahrhunderts ausstatten: Smartphones und Tablets. Das dürfte sich auch in den Elektronikmärkten der westlichen Welt bemerkbar machen.

Die Gründe für den Billig-Boom sind in Shenzen zu finden, aber auch in Kalkutta oder Caracas. Zum einen wird die Produktion immer billiger: Zulieferer wie Mediatek bieten Bauteile zu Spottpreisen an, chinesische Hersteller schrauben diese in ihren Fabriken zusammen und werfen sie für 60 bis 100 Dollar auf den Markt – dagegen ist der Wettbewerb der deutschen Elektronikhändler ein Gruppenkuscheln. Zum anderen steigen die Einkommen vielerorts in China, Indien, Afrika und Südamerika.

Die Folge: „Smartphones sind für Nutzer bezahlbar geworden, die bislang ein einfaches Handy haben“, sagt der Analyst Anshul Gupta vom Marktforscher Gartner.

Auf den meisten Billig-Smartphones läuft Android, jenes von Google entwickelte Betriebssystem, oder eine Variante, die der Hersteller für seine Zwecke angepasst hat – meist ohne die vielen Dienste des Internet-Konzerns. Diesen Rückstand wollen zwei Spätstarter aufholen: Mozilla mit Firefox OS und seit jüngstem auch Microsoft mit Windows Phone.

Der Windows-Konzern hat auf der Messe angekündigt, die Hardware-Anforderungen seines Betriebssystems Windows Phone herunterzuschrauben. Gleichzeitig läuft das System künftig auf bestimmten Chips des Herstellers Qualcomm, die in Billiggeräten zum Einsatz kommen. Neue Partner sollen die Geräte herstellen.

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