Sonys „Moment der Wahrheit“ naht

Neue Playstation erwartet
Sonys „Moment der Wahrheit“ naht

Mit Computerspielen verdiente Sony einst die Hälfte seines Gewinns – heute kriselt die Sparte. Die Playstation 4, die wohl nächste Woche vorgestellt wird, soll dem ganzen Konzern den dringend benötigten Schub geben.
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TokioDas hatte sich Sony-Chef Kazuo Hirai so schön vorgestellt: Im Januar verbreitete er in einer Reihe von Interviews Optimismus. In wenigen Tagen soll dann die neue Spielkonsole Playstation 4 für noch mehr Hype sorgen, die Sony nicht einmal dementierten Medienberichten zufolge am 20. Februar in New York vorstellen wird. Doch Hirais Plan ist nur zur Hälfte aufgegangen.

Nachdem er ausgewählten japanischen und ausländischen Medien, darunter dem Handelsblatt, im Januar erklärt hatte, dass er mit den ersten neun Monaten seiner Amtszeit vollauf zufrieden sei und Sony nun in die richtige Richtung schaue, begannen die Aktien einen Galopp ohnegleichen. Bis zur Quartalsbilanzkonferenz vorige Woche schoss der Aktienkurs um 50 Prozent in die Höhe.

Doch auch sehr genaue Berichte japanischer Zeitungen über die neue Playstation-Konsole konnten nicht genug Begeisterung erzeugen, um die Anleger über die enttäuschende Bilanz hinwegzutrösten. Am Freitag ließen sie den Sony-Kurs wieder um satte zehn Prozent abstürzen. Am Montag hatten sie Zeit zum Besinnen, da die Börse in Tokio wegen eines Feiertags geschlossen war.

Zwar verbuchte Sony im operativen Geschäft nach einem Verlust von 92 Milliarden Yen (720 Millionen Euro) im Weihnachtsquartal des vorigen Jahres wieder einen Betriebsgewinn von 46 Milliarden Yen. Aber dieser Wert lag einer Umfrage von Thomson Reuters zufolge 36 Prozent unter den Voraussagen der Analysten. Nur wegen der Gewinne der Finanzsparte und des Verkaufs von Tafelsilber wie dem US-Firmenhauptsitz in den USA revidierte der Konzern seine Bilanzprognose für das bis März laufende Bilanzjahr nicht.

Besonders ernüchternd jedoch ist, dass Sonys Kerngeschäft, die Unterhaltungselektronik, weiterhin nicht in Tritt kommt. Finanzchef Masaru Kato kappte nicht nur die Verkaufsprognose für Digitalkameras um eine Million auf 15 Millionen Geräte, sondern auch die PC-Sparte auf 7,6 Millionen und die TV-Sparte auf 13,5 Millionen Stück. Selbst für 2013 sagte Kato voraus, dass die Umsätze der Elektronikbranche stagnieren sollen. Die Profitabilität soll allerdings steigen, den Sanierungen sei dank.

Richtig schlecht geht es allerdings einer Sparte, die Konzernchef Kazuo Hirai ganz besonders am Herzen liegt: die Videospiele. Bevor er zum Vorstandschef des Gesamtkonzerns Sony aufrückte, verantwortete er lange Jahre das Playstation-Geschäft in den USA und später die gesamte Spielesparte des japanischen Unterhaltungs- und Elektronikriesen.

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