Neue Preise für Abos
Premiere kontert Arena-Angebot

Nach dem Wegfall der Fußball-Bundesliga-Liveübertragung will der Bezahlfernsehsender Premiere seinem neuen Konkurrenten Arena mit niedrigeren Preisen entgegentreten und so einen Kunden-Exodus verhindern.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Ab August seien die Einzelabos bei Premiere für 9,99 Euro zu haben, sagte Vorstandschef Georg Kofler am Dienstag in Berlin. Bislang kosteten sie teilweise 19,90 Euro. Die Zahl der Programmpakete wird auf fünf reduziert, darunter auch ein Film- und ein Sportpaket sowie ein Kanal für internationalen Fußball mit Spielen der Champions League. Das Komplettabo kostet künftig 34,99 Euro statt bisher 45 Euro, wenn der Kunde sich für zwei Jahre bindet. Bei einer Laufzeit von einem Jahr kostet ein Abonnement knapp fünf Euro mehr. Bislang betrug der Aufpreis für ein Ein-Jahres-Abo nur zwei Euro im Monat.

Das Einstiegspaket „Premiere Start“ für fünf Euro will Premiere abschaffen. Der Kanal soll aber noch bis zum ersten Quartal 2007 auf Sendung bleiben. Kunden, die bisher Premiere Komplett oder das Fußball-Paket abonniert hatten, könnten ab August in die neuen Tarife wechseln, sagte Vorstandschef Georg Kofler. Für die übrigen Kunden bleibe bis zum Auslaufen ihrer Verträge alles wie bisher.

Bei dem neuen Preismodell handele es sich nicht um „eine Preissenkung“ nach Gießkannenprinzip“, sagte Kofler. Vielmehr erwartet der Manager „signifikante Anreize für längere Laufzeiten und umfassendere Abo-Kombinationen“.

Bei Bundesliga-Rechten ausgestochen

Arena hatte Premiere in einem spektakulären Bieterwettbewerb um die Pay-TV-Rechte ausgestochen. Dabei ist Sport eines der wichtigsten Standbeine von Premiere. Um seinen Kunden dennoch Bundesliga-Spiele zeigen zu können, hat Kofler eine Kooperation mit der Deutschen Telekom, die die Internetrechte hat, eingefädelt. Premiere-Kunden können die Fußball-Bundesliga aber nur über die Breitbandnetze des Bonner Konzerns live verfolgen. Einzelheiten zur künftigen Übertragung der Fußball-Bundesliga über das Glasfasernetz der Deutschen Telekom nannte Kofler zunächst nicht. „Über Preise und Konditionen werden Deutsche Telekom und Premiere gemeinsam informieren und zwar zeitnah nach Abschluss der Fußball-WM.“

Kofler gab sich zuversichtlich, dass die neuen Preise von den Kunden gut aufgenommen werden. Auch die Umsatzeinbußen sollen sich nach Einschätzung von Premiere in Grenzen halten. So sei beim Umsatz je Kunde (ARPU) im oberen Preissegment ab 35 Euro im Monat zwar mit Rückgängen zu rechnen. Diese dürften aber durch Verbesserungen im unteren und mittleren Preissegment weitgehend kompensiert werden. Mit den neuen Preisen und Angeboten könne Premiere flexibler auf die neuen Wettbewerbsbedingungen reagieren, sagte Kofler. Eine konkrete Prognose auf die Geschäftsentwicklung wollte er zunächst aber nicht wagen. Dies sei frühestens einige Wochen nach dem Start der neuen Bundesliga-Saison, also im Laufe des Oktobers, möglich.

Der Bezahlfernsehsender will bei der Bekanntgabe seiner Neun-Monatszahlen eine neue Prognose abgeben. „Wir werden unsere Prognose im Herbst überprüfen und dann am 7. November eine neue Prognose bekannt geben“, sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Dienstag.

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