Neue Produkte: Infineon glaubt an Wende im Mobilfunk

Neue Produkte
Infineon glaubt an Wende im Mobilfunk

Der Münchener Halbleiterhersteller Infineon will mit seinem Mobilfunkgeschäft spätestens in anderthalb Jahren wieder Geld verdienen. Wichtigster Abnehmer ist zurzeit noch BenQ mit der ehemaligen Siemens-Handysparte. Aber schon bald könnte sich das Unternehmen einen ganz neuer Kundenkreis erschließen.

jojo MÜNCHEN. „Die Sanierung kommt gut voran“, sagte Spartenchef Hermann Eul in München. Derzeit leide Infineon allerdings noch darunter, dass Siemens als wichtigster Kunde vergangenes Jahr massiv Marktanteile bei Handys verloren habe.

Infineon war früher ein Teil von Siemens. Deshalb ist der Münchener Konzern traditionell der wichtigste Mobilfunk-Kunde des Chipherstellers. Das Handygeschäft von Siemens lief vergangenes Jahr aber so schlecht, dass das Traditionsunternehmen die Sparte an den Taiwaner Elektronikkonzern BenQ verschenkt hat.

Nun hofft Infineon darauf, dass BenQ mit neuen Modellen mehr Erfolg hat. Eul zeigte sich zuversichtlich, dass Infineon davon profitieren würde: „BenQ ist ein wichtiger Kunde für uns.“ Allerdings habe der zweitgrößte europäische Chiphersteller mit Panasonic und weiteren Produzenten inzwischen auch andere große Abnehmer. Zudem prüfe gerade der Netzbetreiber Vodafone die neueste Technologie von Infineon. Dies könne die Türen zu vielen Handyproduzenten öffnen.

Sanierung so schnell wie möglich

Für Infineon ist es wichtig, mit den Handychips so schnell wie möglich profitabel zu werden. Die Mobilfunkhalbleiter sind ein wichtiger Teil der defizitären Kommunikationssparte des Unternehmens. Bei einem Umsatz von 334 Mill. Euro rutschte das Geschäftsfeld im abgelaufenen Quartal mit 21 Mill. Euro in die roten Zahlen. Die Kommunikationssparte wiederum wird eine der zwei Säulen des Konzerns, wenn im Sommer die Speicher-Aktivitäten abgespalten werden.

Analysten sind zuversichtlich, dass die Sanierung gelingt. „Im Kommunikationssegment ist mittelfristig mit einem Turnaround zu rechnen“, heißt es bei den Experten der Landesbank Baden-Württemberg.

Infineon setzt mit seinen neuen Produkten, die auf der heute beginnenden Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona vorgestellt werden, auf ganz unterschiedliche Segmente. Einerseits bietet die Firma Chips an, mit denen sich Billig-Handys für nur 16 Dollar produzieren lassen. Andererseits baut Infineon Halbleiter für modernste Telefone im neuen UMTS-Standard.

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