Neue Smartphones und ein digitaler Assistent Google am Scheideweg

Seite 2 von 2:
Google hat für die nächste Revolution fast alles
Die Träumereien und verrückten Projekte des Larry Page
Google-Chef Larry Page auf der Bühne
1 von 11

Er denkt immer groß: Google-Chef Larry Page fordert seine Mitarbeiter auf, ambitionierte Lösungen zu suchen. Die Forscher im Labor Google X sollen gar Projekte umsetzen, die einst als unmöglich gelten. Einige wenige sind öffentlicht bekannt geworden.

Google-Finanzchefin Ruth Porat
2 von 11

Allerdings sind die Projekte teuer. Deswegen verspricht Finanzchefin Ruth Porat, ein Auge auf die Kosten zu haben. Höchstens zehn Prozent der Ausgaben sollen in Moonshots fließen, also die Luftschlösser – immer noch eine stolze Summe.

Erster Entwurf des Google-Autos
3 von 11

PS-Fans mögen darüber lachen – doch mit diesem Auto will Google den Straßenverkehr revolutionieren. Der erste Entwurf des Fahrzeugs hatte weder Lenkrad noch Gaspedal. Inzwischen...

Selbstfahrendes Auto unterwegs
4 von 11

... sieht das anders aus. Einige Prototypen des Google-Autos im Straßenverkehr unterwegs – mit Lenkrad und Bremse. Falls der Mensch auf dem Fahrersitz des Testwagens doch einmal eingreifen muss.

Google Glass mit modischem Gestell
5 von 11

Ebenfalls aus dem Labor stammt die Datenbrille Google Glass. Die soll den Computer oder das Smartphone verschwinden lassen, indem sie Informationen ins Gesichtsfeld einblendet. Schlagzeilen...

Larry Page mit der Datenbrille
6 von 11

... machte das Gerät aber aus anderen Gründen: Die Kamera beschwor Datenschutzbedenken herauf, auch die Hardware hatte Tücken. Inzwischen lässt sich auch Page nicht mehr mit dem Gerät in der Öffentlichkeit blicken. Ob eine neue Version für Normalverbraucher herauskommt, ist ungewiss.

Kontaktlinse mit Sensoren
7 von 11

Dagegen hat die intelligente Kontaktlinse gute Chancen auf eine Markteinführung: Der Pharmakonzern Novartis hat die „Smart Lens“ lizenziert. Diabetiker sollen mit dem Gerät bequem ihren Blutzuckerspiegel messen können.

Der Nutzer spricht mit dem Assistenten in normalen Sätzen und dieser antwortet in normalen Sätzen, oder er führt automatisch Aktionen durch. In diesem Novum liegt der wahre Grund für den Angriff im ungewohnten Terrain. Rick Osterloh fasst es so zusammen: „Die nächste Revolution wird an der Kreuzung von Hard- und Software entstehen, mit künstlicher Intelligenz im Zentrum.“ Google hat dafür fast alles, nur nicht die Hardware. Und das könnte zum Problem werden.

Die Assistent-Funktion scheint eine riesige Empfehlungsmaschinerie mit dem Ziel zu sein, Googles Gewinne zu steigern. „Der Start von Google Home mit Google Assistant ist eine natürliche Erweiterung auf dem Weg des Konzerns, ein Akteur zu werden, der sich zwischen die großen Marken und ihren Kunden schiebt“, resümiert Julie Ask von Forrester Research. Das Problem dabei: Google hat keine Reputation als Hersteller oder Verkäufer.

Die alten Nexus-Telefone rangierten unter ferner liefen. Google Glass war ein teurer Flopp, Googles Lieferservice für Lebensmittel eine Randerscheinung. Amazon etwa hat den Produktbereich weit besser im Griff: Seine Heimsteuerung Echo mit intelligentem Assistenten und direktem Draht zum Amazon-Webshop ist schon seit zwei Jahren auf dem Markt.

Apples Sprachassistent Siri greift bereits auf ein fertiges Ökosystem aus Geräten des Konzerns zurück. Microsofts Cortana baut auf Windows 10 auf und ist offen für Messenger wie WhatsApp oder Skype. Googles Messenger Allo dagegen ist gerade einmal ein paar Wochen alt. Oder wie Analystin Ask es zusammenfasst: „Home und Allo mit Assistant sind essenziell für Googles langfristigen Erfolg als mobiler Player. Google muss hier gewinnen.“

Aber das wird nicht gelingen, wenn Smartphone-Hersteller wie Samsung, LG oder Motorola die Empfehlungsmaschine von Google nur halbherzig oder gar nicht integrieren und unterstützen. Warum sollten sie auch? Zudem funktioniert Googles wunderbare neue Welt nur mit der jüngsten Version des hauseigenen Betriebssystems Android, das noch kein Hersteller einsetzt, oder eben mit Google Home. Hersteller wie Amazon verzichten vollständig auf jeden Google-Dienst, obwohl sie Android als Betriebssystem nutzen.

Ebenso unfreiwillig wie Microsoft Tablets baut, wird Google nun zum Hardware-Hersteller. Es ist die blanke Not, die Pichai zwingt, diesen gefährlichen Kurs zu gehen. Google Assistant und Home sind die Zukunft. Aber nur, wenn Google selbst die dazugehörige Hardware in den Markt drückt und dann immer mehr Hersteller überzeugt, den Weg mitzugehen. Warum sie das tun sollen, hat Pichai allerdings am Dienstag noch nicht schlüssig erklären können.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Neue Smartphones und ein digitaler Assistent - Google am Scheideweg

2 Kommentare zu "Neue Smartphones und ein digitaler Assistent: Google am Scheideweg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ganz ehrlich, ich glaube, dass zuviel Computertätigkeit den Chefs von Google das Gehirn vernebelt hat.

    Wer hat denn ernsthaft abends, nach Absolvierung eines 8-9 Stunden Arbeitstags noch Lust sich mit diesem ganzen Google-Fierlefanz zu befassen?

    Meiner Ansicht nach ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens ...

    ... aber betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das keineswegs ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%