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Neue „Social Job“-App: Facebook hilft jetzt auch bei der Stellensuche

Mit einer neuen Job-Suchmaschine will Facebook im „Social Recruiting“ Fuß fassen - und etablierten Karriere-Netzwerken Konkurrenz machen. Beim deutschen Xing sieht man Facebooks neustes Projekt aber gelassen - noch.

In den USA testet Facebook eine eigene Job-Suchmaschine, die sich „Social Jobs Partnership“ nennt.
In den USA testet Facebook eine eigene Job-Suchmaschine, die sich „Social Jobs Partnership“ nennt.

DüsseldorfMacht Facebook bald Xing und LinkedIn Konkurrenz? In den USA testet das weltweit größte soziale Netzwerk jedenfalls eine eigene Job-Suchmaschine: Dank der neuen Facebook-App „Social Jobs Partnership“ können sich amerikanische Nutzer passende Stellenanzeigen von unterschiedlichen Online-Stellenbörsen wie zum Beispiel Monster.com zu einem bestimmten Ort oder einem bestimmten Schlüsselwort anzeigen lassen.

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Klickt ein Nutzer eine Anzeige an, wird er an eine der Partner-Apps weitergeleitet und kann sich dort online bewerben. Zum Start der App können User fast zwei Millionen Stellenausschreibungen abrufen – Tendenz steigend.

Mit der neuen App reagiert Facebook auf den aktuellen Trend des „Social Recruitings“, also den Einsatz sozialer Medien bei der Suche nach neuen Arbeitskräften: Der Verband hochschuleigener Career-Services und Unternehmen in den USA, „National Association of Colleges and Employers“ (NACE), will herausgefunden haben, dass die Hälfte der Firmen Facebook bei der Stellenbesetzung nutzt.

Bei der Umfrage unter 530 NACE-Mitgliedern kam zudem heraus, dass 54 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass Facebook bei der Suche nach dem richtigen Bewerber in Zukunft noch wichtiger wird.

Wie schütze ich meine Daten vor Facebook?

  • Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?

    Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten preisgeben. Wichtig sind dabei zwei Entscheidungen: Welche Daten gebe ich an – und wer darf diese Daten lesen? Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben. Kritisch können aber etwa Fotos aus dem Privatleben sein: Denn so weiß schnell auch der Arbeitgeber, was auf der Feier am vergangenen Wochenende geschehen ist. Der beste Datenschutz ist natürlich, Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Und: Das nachträgliche Löschen von Daten nützt nicht immer etwas – häufig finden sich irgendwo Spuren der alten Informationen oder Fotos.

  • Wie kann ich verhindern, dass Facebook mein Surfverhalten aufzeichnet?

    Seiten wie das Technikportal Heise.de binden den „Gefällt mir“-Knopf nicht direkt ein, sondern laden ihn erst, wenn der Nutzer das wünscht. Diese Funktion gibt es aber nur auf wenigen anderen Seiten. Wer die Datensammlung abwehren will, kann verhindern, dass der Facebook-Knopf geladen wird. Nutzer des Browsers Firefox können dazu den Werbeblocker AdBlock-Plus nutzen. Wie sie die Filterregeln richtig einstellen, lässt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden. Das Verfahren funktioniert auch mit anderen Netzwerken wie Google+. Facebook-Mitglieder können auch ihre Cookies löschen, sodass der Server nicht erkennt, dass er ein Mitglied vor sich hat.

  • Welche Daten sammelt Facebook durch den „Gefällt mir“-Knopf?

    Viele Websites binden den „Gefällt mir“-Button von Facebook ein. Ob das Soziale Netzwerk beim Besuch einer solchen Seite Daten sammelt, hängt davon ab, ob der Nutzer ein Facebook-Konto hat. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt – sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird.

  • Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

    Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

Gemeinsam mit dem NACE, dem US-Arbeitsministerium und verschiedenen US-Organisationen hat Facebook deswegen die neue „Social Job“-App entwickelt und will Social Media wirksam einsetzen, „um  großartige Leute mit großartigen Jobs“ zusammenzubringen.

Ein Slogan, der auch vom größten deutschen Netzwerk für Beruf, Geschäft und Karriere stammen könnte: Auf Xing sollen sich Bewerber und Jobsuchende ebenfalls finden. Kann Facebook der 2003 gegründeten Online-Plattform also Konkurrenz machen?

Fest steht: Für Facebook-Nutzer könnte die neue Job-Suchmaschine vor allem deswegen interessant werden, weil sie den „blauen Riesen“ auf Dauer nicht verlassen und sich für die Jobsuche nicht mehr bei mehreren Plattformen anmelden müssten.

  • 21.11.2012, 20:50 UhrKossi

    Na ja, zur Zeit noch keine Konkurrenz. Es fehlt jegliche Möglichkeit, auf passive kandidaten zuzugreifen (außer über BranchOut, und da sind "nur" 30 Millionen). Auch weiß ich nicht, ob Facebook noch das vertrauen gewinnen kann, dass die Teilnehmer Ihre ganzen beruflichen Daten updaten werden.

    Noch sollten etablierte Netzwerke (wie LinkedIn) keine sorgen haben.

    lG
    Stephan

    http://linkedinsiders.wordpress.com/2012/11/14/facebook-startet-social-jobs-bewegung-im-social-hr/

  • 20.11.2012, 22:10 Uhrlogo

    also ehrlich schlechter als xing ( das ja voll der dreck ist ) kanns ja nicht werden .

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