Neue Tarife
Ende des Mobilfunk-Preiskampfs in Österreich?

Bis vor kurzem hatte Hutchison noch als kleinster Anbieter mit aggressiven Angeboten in Österreich um neue Kunden geworben. Jetzt steigen die Preise wegen des Netzausbaus. Das könnte den Mobilfunk-Preiskampf beenden.
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WienSchlechte Nachrichten für Österreichs Handynutzer: Nach Marktführer Telekom Austria erhöht nun auch der kleinere Rivale Hutchison die Preise für bestimmte Kunden. Die Gebühren sollten ab Juli zwischen zwei und drei Euro pro Tarif steigen, erklärte das zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa gehörende Unternehmen am Freitag. Von der Preissteigerung seien weniger als acht Prozent der Kunden betroffen.

Hutchison, das am österreichischen Mobilfunkmarkt unter der Marke Drei auftritt, begründete den Schritt mit den Kosten für den Netzausbau für die vierte Mobilfunkgeneration LTE sowie einer verschärften Regulierung, die die Erträge schmälere. Einige Tarife seien daher nicht mehr kostendeckend.

Der Schritt könnte bedeuten, dass sich der Preiskampf am österreichischen Mobilfunkmarkt abschwächt. Bis vor kurzem hatten Hutchison und die übernommene Tochter Orange Austria als kleinste Anbieter noch mit aggressiven Angeboten um neue Kunden gebuhlt. Das freute zwar die Nutzer, die in Österreich so günstig telefonierten und im Internet surften wie in kaum einem anderen europäischen Land, ließ aber die Gewinne der Unternehmen abschmelzen.

Nach zwei Übernahmen sank die Zahl der Anbieter in den vergangenen Jahren von fünf auf drei: Telekom Austria, die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile und Hutchison. Damit verbunden hatten auch die Firmen auf ein Ende des Preiskampfes gehofft. Telekom Austria hatte in den vergangenen Monaten mehrmals Tarife angehoben und darauf gehofft, dass die Wettbewerber folgen. Auch T-Mobile hatte teilweise neue Tarife eingeführt.

Bis sich die neuen Tarife in den Bilanzen der Unternehmen widerspiegeln, dauert es jedoch. „Der Umsatz der Branche sinkt, weil höhere Neukundenpreise nicht die großen Trends wie wegbrechende SMS-Umsätze oder wegfallende Roaming-Einnahmen ausgleichen können“, sagte Drei-Chef Jan Trionow den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Freitagausgabe). „Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde liegt nur noch bei 20,60 Euro monatlich und sinkt weiter“, sagte er dem Blatt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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