Neue Textverarbeitung
Word trifft Whatsapp

Der frühere Technikchef von Facebook fordert Microsoft heraus: Bret Taylor, gerade 33, entwickelt mit seiner Firma Quip eine Textverarbeitung für das iPad- und Facebook-Zeitalter. Eine Bedrohung für den Software-Riesen?
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DüsseldorfEs ist eine stille Revolution, die sich in den Flughafen-Lounges und ICE-Waggons abspielt. Immer weniger Anzugträger klackern auf Notebooks und Blackberrys herum, immer mehr wischen und tippen lautlos auf kleinen Bildschirmen. „Derzeit verändert sich grundlegend, wie die Menschen arbeiten“, ist der Software-Entwickler Bret Taylor überzeugt. Seine Beobachtung: Die Smartphones und Tablet-Computer dienen nicht nur als E-Mail-Maschine und Spielkonsole, sondern als PC-Ersatz.

Doch die Werkzeuge der Büroarbeiter – Programme wie Microsoft Word – seien für die kleinen Bildschirme nur bedingt geeignet, meint Taylor in Gespräch mit Handelsblatt Online. Zu unübersichtlich, zu unhandlich. „Viele etablierte Firmen haben ihre Produkte in den 70er und 80er Jahren entwickelt und seitdem nicht wirklich etwas verändert.“

Der Programmierer, 33 und bis zum vergangenen Jahr noch Technikchef beim Sozialen Netzwerk Facebook, erkannte in der Wartelounge seine Chance. Er kündigte seinen lukrativen Job und gründete mit seinem Kompagnon Kevin Gibbs im vergangenen Jahr das Start-up Quip. Mit einem kleinen Team entwickeln sie eine Textverarbeitung für das Zeitalter von iPad und Facebook. Man könnte auch sagen: Zwei der talentiertesten Entwickler des Silicon Valley fordern Microsoft heraus.

Quip ist eine Mischung aus Word, Wikipedia und Whatsapp. Die Textverarbeitung ist minimalistisch, lässt sich dafür aber auch auf Mini-Bildschirmen nutzen. Ähnlich wie im Online-Lexikon können mehrere Autoren mitschreiben. Das hat den Vorteil, dass man das Dokument nicht mehr E-Mail hin- und herschicken und anschließend die Versionen abgleichen muss. Und wer will, kann sich über Änderungen eine Nachricht aufs Smartphone schicken lassen. Auch in der Flughafen-Lounge.

Geld verdient Quip mit Abogebühren. Privatkunden nutzen den Dienst kostenlos, Geschäftskunden mit mehr als fünf Mitarbeitern zahlen pro Person und Monat zwölf Dollar.

Kommentare zu " Neue Textverarbeitung: Word trifft Whatsapp"

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  • Oder Google Drive, erhältlich auch für alles Androide.

    Es gibt bereits diverse derartige Lösungen. Der Witz ist hier wohl eher, die Nutzerbasis von facebook mitzunehmen.

  • Warum macht denn niemand einen ordentlichen MS Word Ersatz für das iPad? So wie Pages nur eben direkt im Word Format und auch möglichst voll kompatibel dazu. Der Markt wäre doch da...

  • Klingt ein bisschen wie Microsoft OneNote.

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