Neue Übernahmeschlacht
Comcast greift nach Disney

Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast will den Unterhaltungskonzern Disney kaufen. Durch die Übernahme entstünde der neue weltweite Marktführer in der Medienbranche. Bei Disney hieß es, das Angebot werde „sorgfältig geprüft“. Mit der Offerte kommt weitere Bewegung in die aktuelle Konsolidierungsrunde. Derzeit gehen mehrere milliardenschwere Fusionen in verschiedenen Branchen in ihre entscheidende Phase.

HB/hps DÜSSELDORF. Comcast bietet den Disney-Aktionären 54 Mrd. Dollar und will zusätzlich Disney-Schulden in Höhe von 11,9 Mrd. Dollar übernehmen. Die Transaktion hätte damit ein Gesamtvolumen von knapp 66 Mrd. Dollar (52 Mrd. Euro). Nach Berechnungen von Comcast würden durch die Fusion in den Bereichen Kabelfernsehen, Internet und Werbung Synergieeffekte mit einem Volumen von jährlich 300 bis 500 Mill. Dollar entstehen. Das Unternehmen veranschlagt „etwa ein Jahr“ bis zum Abschluss der Fusion.

Die Comcast-Offerte könnte nach Ansicht von Branchenbeobachtern den Startschuss für weitere Fusionen in der Branche geben. „Das Karussell kommt langsam in Fahrt. Viele Kommunikationsriesen suchen nach Wachstumsmöglichkeiten. Wenn die Bewertung stimmt, wachsen die Gelüste“, sagte Florian Leinauer vom Frankfurter Vermögensverwalter Helaba-Trust. In den vergangenen Jahren hielten sich die Konzerne mit spektakulären Deals zurück, nachdem zwei Übernahmen gescheitert waren. So gelang es dem Vivendi-Konzern nicht, Universal zu integrieren. Die Fusion von AOL und Time Warner blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Angesichts des stark gesunkenen Börsenwerts von Medienunternehmen könnte die Phase der Zurückhaltung trotz dieser Fehlschläge nun vorüber sein. Der Traum von einem integrierten Medienkonzern sei „noch nicht ausgeträumt“, sagte Leinauer.

Die kartellrechtlichen Hürden für eine Übernahme von Disney durch Comcast werden in der Branche als überschaubar betrachtet. „Comcast hat den Vertriebskanal und Disney die Inhalte. Da ist keine marktbeherrschende Stellung in Sicht“, so die Einschätzung Leinauers. Allerdings sagte der Chef der US-Medienaufsicht, Michael Powell, eine Übernahme würde von seiner Behörde genauestens geprüft.

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