Neue Verhandlungen
Verdi und Telekom proben die Annäherung

Im Tarifkonflikt um die Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern der Deutschen Telekom in konzerneigene Servicegesellschaften haben Gewerkschaft und Unternehmen erste Kompromissvorschläge gemacht.

HB FRANKFURT. Nachdem Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder Entgegenkommen bei der Arbeitszeit und den variablen Lohnanteilen angedeutet hatte, brachte Telekom-Chef Rene Obermann eine stärkere Erfolgsbeteiligung der Beschäftigen ins Gespräch. „Als Ausgleich für das Entgegenkommen der Mitarbeiter in der derzeit schwierigen Situation kann ich mir gut vorstellen, sie in wirtschaftlich besseren Zeiten stärker, als wir das früher getan haben, am Erfolg zu beteiligen,“ sagte Obermann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) laut Vorabbericht vom Samstag.

Schröder sagte der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe): „Die Variabilisierung als Leistungsanreiz würde ich diskutieren. Und auch über eine begrenzte Verlängerung der Arbeitszeit würde ich mit meiner Verhandlungskommission reden.“ Er war gefragt worden, ob die Gewerkschaft als Gegenleistung für einen Verzicht der Telekom auf Gehaltskürzungen die Einführung der 38-Stunden-Woche und einen höheren variablen Lohnanteil akzeptieren würde.

Trotz des Streiks bekräftige Obermann dem „FAS“-Bericht zufolge die Gewinnprognose für das laufende Jahr. „Wir wollen 19 Milliarden Euro Gewinn (Ebitda) erzielen. Das erste Quartal zeigt, dass wir auf gutem Weg dahin sind.“ Die Auswirkungen des Streiks auf das Unternehmen bezeichnete Obermann als überschaubar. „Im Durchschnitt haben seit Streikbeginn 9000 Mitarbeiter pro Tag gestreikt. Im Verhältnis dazu bewegen sich die Auswirkungen noch in einem überschaubaren Rahmen.“

Verdi-Verhandlungsführer kündigte in der „Welt“ für den Fall, dass der Konzern ohne Zustimmung der Gewerkschaft die Mitarbeiter auslagert, die Bestreikung der neuen Servicegesellschaften an. „Dort erlischt die Friedenspflicht, der Streik würde auf T-Service übergreifen und möglicherweise weit ins Jahr hinaus andauern“, erklärte der Gewerkschafter. „Der Streik ist nicht billig, aber finanzierbar. Und wir können lange durchhalten.“ In den ausgegliederten Gesellschaften sollen die Mitarbeiter länger arbeiten und weniger Geld verdienen als bisher.

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